Sie sind wahrlich kleine, extrem vielfältige Kraftpakete und jedes Kind kennt sie – die große Familie der Hülsenfrüchte. Bohnen, Erbsen, Sojabohnen, Bockshornklee, Kichererbse, Luzerne, Mungbohnen, Erdnüsse, Linsen und noch viele Vertreter mehr dieser Pflanzenfamilie sind sehr alte Nahrungspflanzen auf dem ganzen Erdenrund. Bei uns hier sind die beiden bekanntesten Vertreter die Gartenbohnen und die Erbsen. Bei genauem Hinsehen gibt es schöne Gemeinsamkeiten aber auch einige Dinge, die sich unterscheiden und gegensätzlicher nicht sein könnten. Da wäre zum Beispiel das Verspeisen direkt nach bzw. während der Ernte. Bohnenkerne und Bohnenhülsen sollten von dir nicht roh gegessen werden. Sie sind roh nicht genießbar, da sie das giftige Phasin enthalten. Erst durch das Kochen werden die für den Menschen unbekömmlichen Inhaltsstoffe unschädlich gemacht. Bei den Erbsen ist das anders. Diese kannst du während der Ernte schon mal direkt aus der Hülse „döppen“ (= Erbsen- /Bohnenkerne aus der Hülse befreien) und die süßlichen Erbsenkerne verspeisen. Das geht zumindest bei Markerbsen und Zuckererbsen einfach super.

Gemeinsam haben Bohnen und Erbsen, dass sie beide einjährige, krautige Pflanzen sind, beide als Selbstbefruchter gelten – trotz möglicher Insektenbestäubung – und sich an ihren tiefen Wurzeln Knöllchenbakterien ansammeln, die Stickstoff aus der Luft an der Pflanze binden. Das ist auch der Grund, warum alle Hülsenfrüchte selber wenig Stickstoffdüngung benötigen und beliebte Vorkultur für Folgekulturen sind, die großen Nährstoffbedarf haben. Durch das intensive Wurzelwachstum mögen es deine Erbsen und Bohnen natürlich am liebsten auf tiefgründigen, sandigen Lehmböden mit einem guten Humusanteil. Bei den Temperaturansprüchen sind sich die beiden nicht so einig. Bohnen mögen es warm und windgeschützt. Optimal wachsen sie bei 18-26°C. Bohnen vertragen keinen Frost, bei Erbsen kann es auch schon mal kurz bis -3°C gehen. Erbsen sind nicht nur nach unten, sondern auch sonst verträglicher mit den Temperaturen. Sie mögen es am liebsten von 12-20°C. Staunässe mögen sie allerdings beide nicht, dafür haben beide während der Blüte und Fruchtbildung haben beide einen hohen Wasserbedarf.

SPERLI´s Bohnensmiley
SPERLI´s Erbsen
Biene auf Bohne

Blick auf die Erbsen

Bei Erbsen unterscheidest du zwischen drei verschiedenen Sortengruppen. Alle drei Gruppen haben ihre eigenen Verwendungszwecke für das reife (=getrocknete) beziehungsweise das „grünreife“ (=frische, botanisch unreife) Samenkorn. Die Pal- oder auch Schalerbsen, zum Beispiel die Sorte ‚Germana‘ (Art.-Nr. 80564) , haben ein glattschaliges Samenkorn und dieses ist stark gefüllt mit Stärke (Kohlenhydrate), daher wirken sie im frisch-grünen Stadium mehliger und weniger süß als Mark- und Zuckererbsen. Sie werden kaum frisch verzehrt, sondern sind zum Trocknen und für die Konservenproduktion. Dem getrockneten Erbsenkorn wird oft die Samenschale entfernt – daher kommt der Name Schalerbse. Nach einer gewissen Einweichzeit kannst du aus getrockneten Schalerbsen leckere Erbseneintöpfe kochen. Bei den Markerbsen, zum Beispiel die Sorten ‚Salout‘ (Art.Nr. 80534) und ‚Lancet‘ (Art.Nr. 80498) , verhält es sich etwas anders, die kannst du ganz genüsslich auch schon frisch aus der Hülse essen. Die „grünreifen“ Samen sind süßlicher und als Trockenkocherbsen ungeeignet. Du kannst sie frisch geerntet kochen. Industriell werden sie vorzugsweise für Tiefkühlkost verwendet. Dadurch, dass Zuckererbsen – zum Beispiel die Sorte ‚Sweet Horizon‘ (Art.-Nr. 80600) – auf der inneren Fruchtwand der Hülse keine Pergamentschicht bilden, kannst du sie schon mit kleinen Erbsenkörnchen und vollständig mit Hülse verzehren. Wie auch Markerbsen haben sie einen hohen Saccharoseanteil (Zucker) und schmecken daher zuckersüß.

SPERLI´s Schalerbse Germana
SPERLI´s Markerbse Salout
SPERLI´s Markerbse Lancet

Eine große starke Truppe – Die Gemüsebohnen

Optisch und geschmacklich hat die große Gruppe der Gemüsebohnen sehr viel zu bieten. Von grünen, gelben, violetten, geflammten Hülsen bis hin zu roten, schwarzen, weißen, beigen, getupften, gemusterten Bohnenkernen gibt es nichts, was es nicht gibt. Zu den bekanntesten Vertretern der Gemüsebohnen gehören wohl die Gartenbohnen, zu denen die Busch- und Stangenbohnen zählen. Sicherlich kennst du aber auch die Prunk- bzw. Feuerbohnen, die durch ihre bunten Bohnen, der enormen Rankfreudigkeit und der Fülle an Blüten ganz schön „bunte“ Zeitgenossen sind. Solider kommen da die Dicken Bohnen (Sau- oder Pferdebohnen) daher. Sie sind wahre Gartenklassiker und eignen sich hervorragend auch für Garteneinsteiger, weil ihr Anbau so leicht von der Hand geht. Und egal ob Gartenbohnen oder Feuer-/Prunkbohnen oder Dicke Bohnen oder andere Arten, allen gemeinsam ist, dass sie während der Blüte wie verrückt Insekten und Schmetterlinge anziehen. Alle Bohnen mögen es nicht besonders, wenn sie bei der Aussaat regelrecht „begraben“ werden. Sie keimen dann schlecht und du wunderst dich, dass nichts aufgeht. Besser daher nur 2-3 cm tief auslegen. Später bei der Ernte heißt für dich die Devise: Je früher und je häufiger du erntest, desto höher ist deine Erntemenge. Wobei Stangenbohnen von sich aus schon ertragreicher sind als Buschbohnen.

Ein kurzer Blick auf die Gartenbohnen

Die Gartenbohnen kannst du anhand zweier Merkmale unterscheiden. Zunächst natürlich einmal nach der Wuchsform: Busch- oder Stangenbohne. Dann unterscheidest du im zweiten Schritt nach der Hülsenform und so auch nach ihrem Verwendungszweck. Es gibt Schwertbohnen, wie zum Beispiel die Sorte ‚Nassau‘ (Art.-Nr. 80130) mit flachen Hülsen. Filetbohnen, wie zum Beispiel die Sorte ‚Delinel‘ (Art.-Nr. 80039) mit runden, dünnen Hülsen. Brechbohnen mit rund-ovalen Hülsen, die sich auch ganz ausgereift noch glatt durchbrechen lassen, wie zum Beispiel die Sorten ‚Rakker‘ (Art.-Nr. 80429) oder die violette ‚Purple Teepee‘ (Art.Nr. 80149). Prinzessbohnen sind etwas kürzer und kräftiger als Filetbohnen, aber ansonsten sehr ähnlich. Die Buschbohne ‚Molly‘ (Art.-Nr. 80104) gilt als Prinzessbohne. Die Buschbohne ‚Borlotto Rosso‘ (Art.Nr. 80015) wird häufig wegen der bunten Bohnenkerne-Ernte angebaut.

Kleiner Anbautipp: Buschbohnen nach dem Aufgang etwas anhäufeln, das sorgt später für einen besseren Stand. Bei Stangenbohnen 2 Wochen nach der Keimung Rankhilfen bauen und Keimlinge hochleiten. Oder gleich bei der Aussaat eine Stange mit einsetzen und 4-6 Bohnen um die Stange platzieren. Guter Pflanzpartner ist das einjährige Bohnenkraut. Nicht nur, dass du später beides in Kombination perfekt zum Kochen nutzen kannst, auch hält es 2 Wochen vor der Bohnenaussaat angesät, die schwarze Bohnenlaus von den Gemüsebohnenpflanzen fern.

SPERLI´s Buschbohne Nassau
SPERLI´s Stangenbohne Rakker
SPERLI´s Buschbohne Borlotto Rosso

Energielieferant und Vitaminträger

Hülsenfrüchte stecken voller Nährstoffe. Allen voran sind sie große Eiweißlieferanten. Sie sind eine hervorragende Sättigungsbeilage, weil sie neben dem Eiweiß auch viele Ballaststoffe in sich vereinen. Ganz zu schweigen von den Vitaminen und Mineralstoffen, wie B1, B6, Folat, Eisen, Magnesium und Zink, die sie in sich tragen. Und tatsächlich besitzt die Bohne mehr Vitamin C, als zum Beispiel Möhren. Diese pflanzliche Nahrung sollte auf deinem Speiseplan wirklich nicht fehlen, denn neben all ihren inneren Werten bereichert sie auch durch ihre optische Vielfalt.

Die richtige Lagerung

So unterschiedlich die Hülsenfrüchte Erbsen und Bohnen auch sind, so ähnlich sind sie sich in der Lagerung nach der Ernte. Frisch geerntete Bohnen (in Hülse) und Erbsen (ohne Hülsen) sind bei normalen Kühlschranktemperaturen nur 7 bis maximal 14 Tage überhaupt lagerfähig. Besser ist das sofortige Verarbeiten am Erntetag oder in wenigen Tagen. Dicke Bohnen sind mit Hülse und kühl gelagert 1-2 Wochen haltbar, ausgepalte Bohnen jedoch nur einige Stunden. Daher nur auspalen, wenn du direkt weiterverarbeitest.

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