Kulturanleitung Radicchio

Kulturanleitung Radicchio So glückt der Anbau der anspruchsvollen Salatpflanzen

Große, knackige Blätter mit einer prächtigen weiß-roten Färbung: Diese Beschreibung trifft auf die beeindruckenden Salatköpfe des Radicchios (Cichorium intybus var. foliosum) zu. Der aus Italien stammende Blattsalat verzaubert aber nicht nur durch seine prächtige Färbung, sondern auch durch seinen wunderbar bitterherben Geschmack. Doch bevor man sich die Ernte schmecken lassen kann, muss erst fleißig angebaut werden. Falls du das in deinem Garten vorhast, ist diese Kulturanleitung für Radicchio genau das Richtige für dich!

Radicchio mit Expertenwissen problemlos kultivieren

Bei der Kultivierung von Radicchio gibt es einige Punkte zu beachten. Besonders die Jungpflanzen sind verhältnismäßig anspruchsvoll. Doch sind die Pflanzen einmal aus diesem Stadium hinaus, kannst du dich schon bald an einer reichen Ernte erfreuen.

Bei der Aussaat und danach kommt es auf die Temperaturen an

Die Aussaat der Radicchio-Samen erfolgt in Töpfen. Wann du damit starten kannst, hängt davon ab, ob du für deinen Radicchio ein beheizbares Gewächshaus zur Verfügung hast oder nicht. Steht ein solches Gewächshaus zur Verfügung, ist eine Aussaat schon ab März möglich. Andernfalls sollten die Samen nicht vor Mitte Mai ausgebracht werden.

Diese Aussaatzeitpunkte ergeben sich aufgrund der Tatsache, dass Radicchio für die Keimung der Samen und das Wachstum der Pflanzen ganz bestimmte Temperaturen benötigt. So darf die Temperatur tagsüber 20 °C nicht übersteigen und nachts nicht unter 16 °C fallen. In dieser Temperaturspanne fühlen sich die Samen, Keimlinge und Jungpflanzen am wohlsten. Fällt die Temperatur unter 16 °C, kann es wegen des Kältereizes zum Schossen der Pflanzen im Sommer kommen, während eine Temperatur über 20 °C den Keimprozess hemmen kann.

Tipp

Wenn du deine Samen satzweise alle 2 Wochen bis Mitte Juli aussäst, kannst du dich ab September über eine lange und ertragreiche Ernteperiode freuen.

Auspflanzen der Jungpflanzen und Ernte der Salatköpfe

Der Radicchio bildet eine Pfahlwurzel aus und mag das Verpflanzen aus den Töpfen ins Beet eigentlich gar nicht gern. Wenn du deine Samen Mitte Mai ausgesät hast, ist es etwa 3 bis 4 Wochen später aber trotzdem Zeit, den Radicchio ins Beet zu setzen. Es ist dann Mitte Juni und die Schafskälte sollte überstanden sein.

Die Jungpflanzen sind in einem Abstand von 25 bis 30 x 30 cm ins Beet pflanzen. Etwa 3 bis 4 Monate später kannst du dich über prächtige, erntereife Salatköpfe freuen. Zunächst sind die Salatköpfe grün und weich. Wenn aber die nächtlichen Temperaturen ab September kühler werden, färben sie sich um und erhalten ihre typische dunkelrote Farbe. Sobald sich das Blattherz vollständig umgefärbt hat und sich fest anfühlt, sind deine Radicchio-Salatköpfe bereit für die Ernte.

Junger Radicchio-Salatkopf

Die Radicchio-Salatköpfe sind zunächst grün und färben sich erst später um.

Übersicht zur Kultivierung von Radicchio

Die Anzucht von Radicchios ist wegen der einzuhaltenden Temperaturen vergleichsweise anspruchsvoll. Damit du nichts Wichtiges außer Acht lässt, haben wir dir alle Anbautipps noch einmal in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.

AussaatzeitMitte Mai bis Anfang Juli
  • satzweise Aussaat alle 2 Wochen bis Mitte Juli empfohlen
  • Aussaat der Samen in einem beheizbaren Gewächshaus bereits ab März möglich
Standort
  • sonnig
  • tiefgründiger, feuchter und mäßig nährstoffreicher Boden
Aussaattiefe2 bis 3 cm
Abstand25 bis 30 x 30 cmDer Abstand ist einzuhalten beim Aussetzen der Jungpflanzen ins Beet.
Keimtemperatur16 bis 20 °CTemperaturen über 20 °C können zur Keimhemmung führen
Keimdauer10 bis 14 TageBoden gleichmäßig feucht halten
KulturJungpflanzen 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat auspflanzenTemperatur immer über 16 °C halten, um das Schossen der Pflanzen durch den Kältereiz zu vermeiden.
ErntezeitSeptember bis Ende Oktobergute Lagerfähigkeit

Radicchio und seine Verwandten sind gut für die Gesundheit

Der Blattsalat Radicchio stammt ebenso wie der bittere Chicorée und der Zuckerhut von der Gemeinen Wegwarte (Cichorium intybus) ab. Zur nahen Verwandtschaft zählen aber auch Endivien in ihrer glattblättrigen wie krausblättrigen Form. Sie alle enthalten die typischen Bitterstoffe sowie den Ballaststoff Insulin, die gerade in Bezug auf die Darmflora und Verdauung eine gesundheitsfördernde Wirkung haben.

Wem Radicchio zu bitter ist: Tipps zum Abmildern der intensiven Note

Radicchio 'Palla Rossa'

Kernig-kräftige bittere Note: Radicchio ‚Palla Rossa‘

Radicchio 'Variegata di Castelfranco'

Mild und beinahe süßlich: Radicchio ‚Variegata di Castelfranco‘

Radicchio-Sorten wie ‚Palla Rossa‘ weisen eine kernig-kräftige, erfrischend bittere Note auf, die in der Küche sehr geschätzt wird. Es gibt allerdings auch mildere Sorten, die beinahe süßlich im Geschmack sind. Zu ihnen gehört ‚Variegata di Castelfranco‘. Trotzdem ist der allgemein bittere Geschmack des Radicchios nicht jedermanns Sache. Mit den folgenden Kniffen schmecken die Radicchio-Bätter weniger bitter:

  • Entferne die weißen Blattrippen, da diese eine besonders bittere Note aufweisen.
  • Lege die Salatblätter vor dem Verzehr für eine halbe Stunde in warmes Wasser, um ihnen ein angenehm mildes Aroma zu verleihen.
  • Kurzzeitiges Garen der Radicchio-Blätter macht sie süßlicher im Geschmack.
  • Der gemeinsame Verzehr mit Milchprodukten und frischem Obst lässt Radicchio weniger bitter schmecken.

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