Problemzonen im Garten und ihre Lösungen

Als eingefleischter Biogärtner, Autor etlicher Gartenbücher und Referent für Gartenthemen, erreichen mich viele Fragen von Hobbygärtnern. Die meisten drehen sich darum, wie die Gartenliebhaber Probleme in ihrem grünen Paradies in den Griff bekommen können. Nun habe ich eine Art Bilanz gezogen. Hier meine Hitparade der Gartenfragen, die mich erreichen:

  1. Moos im Rasen: Rasen ist ein sehr wichtiges Thema und viele Fragen bekomme ich zur Pflege gestellt. Die mit Abstand häufigste Frage aber ist: „Was kann ich gegen Moos im Rasen tun?“ Schatten, verdichtete Böden und Nährstoffmangel sind die Ursachen für vermooste Rasenflächen. Gegen den Schatten können Sie schwer etwas tun, aber bei verdichteten Böden die Grabgabel in die Erde stechen und die Löcher mit Sand auffüllen. Außerdem sollten Sie nach dem ersten Mähen vertikutieren und auch da (Rasen-) Quarzsand aufstreuen. Wichtig ist auch eine ausreichende Düngung: organische oder mineralische Rasenlangzeitdünger aufstreuen und gut angießen.

SPERLI´s Nachsaatrasen

Sollte nach dem Vertikutieren eine Nachsaat nötig sein, dann zwischen Düngen und Säen eine Woche warten.

Rasen aerifizieren
Rasen vertikutieren
  1. „Wie soll ich Rosen richtig schneiden?“: Rosen werden im Frühjahr geschnitten. Beetrosen können Sie kräftig zurückschneiden – vor allem, wenn die Pflanzen im letzten Jahr krank waren. Bei Strauch- und Kletterrosen sollte nur abgestorbenes oder erfrorenes Holz herausgeschnitten werden. Vorsicht bei historischen (alten) Rosensorten und der großen Palette der Wildrosen. Sie blühen meist am vorjährigen Holz und sollten daher nicht geschnitten werden – sonst blühen sie nicht.
Rosenschnitt im Frühjahr
Rosenrückschnitt nach 2. Blatt
  1. Hilfe – ich habe Algen im Teich!“: Diesen Notruf bekomme ich vor allem im Frühjahr und Sommer. Zu viele Nährstoffe, Fische, zu wenig Pflanzen und zu sonnig, das begünstigt den Algenwuchs. Gerade im Frühjahr kommt es in fast allen Teichen für einige wenige Tage zu Algenproblemen, denn die Pflanzen beginnen erst zu wachsen und verbrauchen zunächst nur spärlich die Nährstoffe im Teich. Die Ausscheidungen von Fischen aber verursachen einen enormen Nährstoffüberschuss – in einem Biotop haben sie daher meiner Meinung nach nichts verloren! Wasserpflanzen sind die wichtigste Filteranlage – je dichter das Ufer und die Flachwasserzone bepflanzt ist, desto besser wird die Wasserqualität.
Wassertrübung durch Grünalgen
Wasserpest und Fadenalgen
Fadenalgen mit Kescher entfernen
  1. „Was kann ich gegen Schildläuse am Oleander tun?“: Im Frühjahr zeigt der lange Winter im Keller an den Kübelpflanzen seine Spuren – neben den Schildläusen sitzen auch Blattläuse nun in großer Zahl auf den Blättern und Ästen des Oleanders. Daher raus mit den Pflanzen ins Freie – nach den Spätfrösten Mitte Mai dürfen sie dauerhaft draußen bleiben! Notfalls können Sie die Pflanze mit Schmierseife (1 Esslöffel biologische Flüssigseife auf 1 Liter Wasser) einsprühen und sie nach 2-3 Stunden mit klarem Wasser abwaschen. Als Biospritzmittel bieten sich zahlreiche Produkte auf (Raps)Ölbasis an, die die Atemöffnungen der Schädlinge verstopfen und so die Tiere zum Absterben bringen. Schöner Nebeneffekt – das Öl lässt die Blätter schön glänzen!

 

  1. Wollläuse an Orchideen: Auch das ist ein Problem, welches viele Orchideen-Liebhaber beschäftigt. So wie beim Oleander behandele ich meine Orchideen auch mit fertigen Spritzmitteln, die auf Ölbasis aufgebaut sind. Sie sind bedenkenlos im Zimmer verwendbar.

 

  1. „Meine Rhododendren haben Frassschäden an den Blatträndern? Was ist das?“: Diese stammen meistens vom Dickmaulrüssler. Der Käfer ist gleich zweimal lästig und gefährlich. Denn ausgewachsen macht er sich über die Blätter von Gehölzen wie Rhododendren, Kirschlorbeer, Efeu, Kamelien und vielen anderen her. Am besten sammeln Sie den Käfer in den Abendstunden ab – oder lassen ihn absammeln: von Singvögeln, Spitzmäusen oder Laufkäfern. Eine noch größere Gefahr als von den ausgewachsenen Käfern aber geht von den Larven aus, die im Boden die Wurzeln radikal beim Stamm abfressen. Nematoden sind hier die wirksamste Waffe. Ab 15 Grad Bodentemperatur können die für Mensch und Haustier ungefährlichen und mikroskopisch kleinen Fadenwürmer ausgebracht werden.

 

  1. Wühlmäuse im Garten: So manche Rasenfläche und so manches Blumenbeet sieht nach dem Winter wie ein Acker aus – umgepflügt und mit dicken Erdhäufchen übersät. Das sind meist die Spuren der Wühlmaus. Dagegen gibt es nur eine einzige wirklich wirksame Bekämpfungsmethode: Fallen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Varianten im Handel – ob als traditionelle Drahtfalle, Kastenfalle oder als neuartige, zylinderartige Falle. Bevor Sie die Fallen auslegen, gehen Sie aber sicher, dass es sich wirklich um eine Wühlmaus und nicht um einen Maulwurf handelt – denn der ist geschützt. Maulwürfe graben ihre Gänge bei der Jagd nach Regenwürmern in der Regel tiefer unter der Erde. Ihre Gänge gehen in der Mitte des aufgeworfenen Erdhaufens direkt nach unten. Wühlmäuse haben es aber auf Pflanzen abgesehen. Sie legen daher ein relativ flach, oft dicht unter der Grasnarbe verlaufendes Tunnelsystem an. Ihre Erdhaufen sind oft mit Pflanzenresten durchsetzt. Zudem befindet sich der Gang am Rand des Haufens und führt in einem relativ flachen Winkel nach unten.

SPERLI´s Kaiserkrone

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