Die Distel wurde zur Staude des Jahres 2019 gewählt.

Sie zählt nicht unbedingt zu den beliebtesten Gartenstauden: Die Distel. Nicht nur im sprichwörtlichen Sinne ist diese Staude vielen Gartenbesitzer ein Dorn im Auge, denn die stachelige Distel hat Dornen, die sie vor Fressfeinde schützen soll. Doch bevor sie bei dir auf dem Kompost landet, lass dir gesagt sein: Disteln sind nicht nur schön anzusehen, sie haben auch einen Nutzen und entpuppen sich als robuste Bewohner deines Staudenbeetes!

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Eine ausgezeichnete Staude!

Ausgezeichnet wurde die Distel vom Bund der Staudengärtner zur „Staude es Jahres 2019“. Dabei solltest du wissen, dass es „die eine Distel“ so gar nicht gibt. Disteln bilden keine einzelne Gattung sondern eine ganze Pflanzengruppe.

Im Hochsommer zeigen sie ihre zauberhaften Blüten. Gerade in Bauerngärten, aber auch in „normalen“ Hobbygärten – egal ob puristisch oder naturnah – findet sie sich sehr gut ein. In Herbst und Winter können Disteln eine tolle Verschönerung deines Gartens sein, denn ihnen macht das stürmische, kalte Wetter nichts aus. Ihre kugel- oder zylinderförmigen Blüten und die blauen bis silbrigen Blätter machen diese Staude unverwechselbar. Heranwachsen können Disteln zu imposanter Größe.

Nennenswert ist die Färberdistel (Carthamus tinctorius). Diese wurde über Jahrhundert in den Gärten von Klöstern angebaut. Die schönen, gelben Blüten bieten die Möglichkeit, aus ihnen gelbe und rote Farbstoffe zu gewinnen – und solche waren damals nicht leicht zu produzieren und entsprechend wertvoll. Heute wird aus den Samen der Färberdistel Färberdistelöl gewonnen.

Was viele nicht wissen: Aus ökologischer Sicht übernimmt die Staude einen hilfreichen Part in deinem Garten, denn Disteln bieten in den Sommermonaten eine große Menge an wertvollen Pollen und Nektar sowie nährstoffreichen Samen. Da freuen sich Vögel und Insekten wie Bienen und Schmetterlinge! Die Blüten sitzen oft voll von kleinen Helferlein. Auch die Blätter werden von Nützlingen verspeist, z.B. den Raupen des Distelfalters.

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Unsere Tipps für prachtvolle Disteln in deinem Staudenbeet

Wenn du den Disteln etwas gutes tun möchtest, dann gönne ihnen einen sonnigen Platz in deinem Garten. Wenn das nicht möglich ist, kann auch ein Bereich im Halbschatten gewählt werden, da dieser von den Stauden toleriert wird. Der Boden deines Beetes sollte durchlässig sein, da Staunässe den Disteln gefährlich werden kann. Die allermeisten Sorten bzw. Arten vertragen Trockenheit sehr gut. So gut wie alle Disteln trotzen im Herbst und Winter Sturm, Schnee und Eis. Lass Disteln also unbedingt ausreichend lange stehen und schneide sie erst im Frühjahr zurück. So können sich die Vögeln in deinem Garten im Winter über die nahrhaften Samenstände freuen. Mehr gilt es schon fast nicht zu beachten. Du siehst: Ganz schön pflegeleicht und vor allen Dingen langlebig, die stachligen Schönheiten!

Hohe Arten wirken nicht nur als einzelne Stauden, sondern auch in Gruppen sehr schön. Niedrige Distelarten passen natürlich bestens in die vorderen Bereich von Staudenbeeten. Glänzende Disteln wie die Silber- und Golddisteln wirken besonders edel und kommen daher gut in Steingärten zur Geltung.

Übrigens eignen sich Disteln sehr gut als Schnittblumen für die Vase. Ihr ungewöhnliches Aussehen bietet einen schönen Kontrast zu den sonst gern gesehen „Standardschnittblumen“. Gerne werden Disteln auch für Tischgestecke oder Trockensträuße verwendet.

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