Kletterst Du gern auf Bäume, verfolgst Ameisenstraßen, pirschst Dich an duftende Kräuter an, jagst fliegenden Blättern nach und liegst auf der Lauer, um die ersten reifen Früchte zu erspähen? Dann bist Du ein echter Gartenindianer!

Beetentdecker & Grüneroberer aufgepasst!

Doch was wäre ein Indianer ohne Tipi?! Stell Dir einen Ort vor, von dem aus Du im Sommer alles beobachten kannst, Du selbst aber unentdeckt bleibst. Eine Höhle, die sich perfekt in die Farben des Gartens einfügt und von herannahenden Cowboys oder Bären nicht wahrgenommen wird. Einen Unterschlupf, um den herum Du Deine Indianertänze aufführen kannst. Klingt zauberhaft, oder? Und es ist ganz leicht, Dein eigenes grünes Zelt zu bauen! Federschmuck aufgesetzt und los gehts:

Benötigte Materialien auf einen Blick

  • 30 Stangenbohnensamen
  • Schale mit Wasser
  • Anzuchttöpfe & Anzuchterde
  • Spaten
  • Kleine Schaufel
  • Bindfaden/Schnur
  • Schere
  • 6 lange Hölzer/Äste/Bambusstäbe
  • Gießkanne
Fertiges Bohnentipi mit Kapuzinerkresse © Carina Engelmann - Maraccuja Grafikdesign

Vorbereitung ist alles: Bohnen einweichen und vorkeimen

Bevor es richtig losgehen kann, weiche Deine Bohnensamen über Nacht in einer Schale mit Wasser ein, damit sie später besser keimen. Da Bohnen erst ab Mai direkt im Beet ausgesät werden, bietet es sich an, sie ab Anfang April im (Gewächs-)Haus anzuziehen. Das klingt lustig – aber keine Sorge, Du brauchst ihnen natürlich keine winzigen Sachen zu nähen! Anzucht im Haus bedeutet, dass Du Dein Saatgut nach dem Einweichen in kleine Töpfe säst und im Haus vorkeimst. Das nennt man auch „Vorkultur“. Lass Dir dabei ruhig von einem Erwachsenen helfen. So sind die Pflänzchen vor Kälte geschützt und Du kannst ihre Entwicklung viel besser beobachten. Es ist wunderbar spannend, Deinen Bohnenkeimlingen beim Wachsen zuzusehen!

Tipifläche vorbereiten © Carina Engelmann - Maraccuja Grafikdesign

Tipi-Gerüst aufstellen

Während Deine Bohnen wachsen, kannst Du mit den 6 langen Ästen und Bindfaden Dein Tipi vorbereiten. Diese Konstruktion aus Holz und Schnüren wird das Grundgerüst für Dein grünes Versteck und dient als Rankhilfe für die Bohnen. Das bedeutet, die Pflanzen wachsen später an Deinem Tipi nach oben und halten sich dabei an dem Gerüst fest!

Suche Dir zuerst eine Fläche im Garten, auf der das Tipi stehen darf. Diese kann sich direkt in einem Beet, aber auch auf einer Rasenfläche befinden. Wenn Dein Untergrund mit Gras bewachsen ist, sollte dieses kreisförmig abgemäht (und ggf. abgetragen werden) werden. Bitte hierfür einen Erwachsenen um Hilfe.

Konstruktion aus Holz und Schnur errichten © Carina Engelmann - Maraccuja Grafikdesign

Zwei zusätzliche Hände wirst Du auch im nächsten Schritt gut gebrauchen können: Nun buddelst Du rund um die kreisförmige Grundfläche des späteren Tipis 6 kleinere Löcher, ungefähr im gleichen Abstand zueinander. Wenn Dein Untergrund Rasen ist, entferne die Grasnarbe (also das Gras mit den Wurzeln) an diesen 6 Stellen so, dass auch um die Stäbe herum noch Erde zu sehen ist. In jedes Loch stellst Du einen der langen Äste und bindest die oberen Enden der Hölzer in der Mitte zusammen. Danach schließt Du die Erdlöcher wieder und gräbst somit die Stäbe ein. Nun müssen die Querstreben des Tipis erstellt werden. Dafür führst Du die Bindfäden in mehreren Bahnen straff um die langen Äste herum und verknotest sie jeweils mit diesen, damit nichts verrutscht. Achte aber darauf, dass ein Zwischenraum zwischen 2 Hölzern als Eingang frei bleibt, damit Du später auch in Dein Tipi hinein- und herauspirschen kannst!

Stangenbohnen horstartig auspflanzen © Carina Engelmann - Maraccuja Grafikdesign

Bohnen einpflanzen (oder ab Mai: aussäen)

Endlich ist es soweit! Nach den Eisheiligen (5 Tage im Mai, an denen es noch einmal kalt werden kann) pflanzt Du Deine Bohnen rund um das Tipi ein – oder säst die eingeweichten Bohnensamen aus (das nennt man auch „Direktsaat“), wenn Du keine Pflanzen vorgezogen hast. Das funktioniert natürlich ebenso, aber vorgezogene Bohnen wachsen schneller…

Pflanze oder säe um jeden langen Ast jeweils 5 Bohnen. Das nennt man auch „Horstsaat“. Durch die Vielzahl an Blättern (und Bohnen) wirst Du innerhalb weniger Wochen kaum noch das Gerüst erkennen. Nun gießt Du Deine Bohnen gut an. Es ist wichtig, dass Du sie auch weiterhin immer ausreichend bewässerst, damit sie gut wachsen können. Solltest Du Schnecken an den Pflanzen entdecken, sammle diese vorsichtig ab, damit sie das grüne Dach Deines Gartenverstecks nicht als Mittagessen verspeisen.

Extra-Tipp: Farbiges Indianerzelt

Wenn Du ein buntes Indianerzelt bevorzugst, kannst Du auch noch Kapuzinerkresse um Dein Tipi herum aussäen. Diese Pflanze begünstigt das Bohnenwachstum, rankt ebenfalls schnell, ihre Blüten sind essbar und leuchten den ganzen Sommer über, je nach Sorte, in den schönsten Farben: Rot, Gelb, Orange, Weiß…

Mit etwas Kriegsbemalung steht Deinen aufregenden Indianerabenteuern nun nichts mehr im Wege! Und sobald Du einen Bärenhunger verspürst, kannst Du Dich mit einem leckeren Bohneneintopf stärken…

JuniorGärtner

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