Kulturanleitung Zucchini
Ertragssichere Pflanzen mit Erfolg anbauen
(Foto: Michael – stock.adobe.com)
Den Titel des Sommerkürbisses besitzen Zucchini aus zwei Gründen: Zum einen, weil die Ernte der jungen, unreifen Früchte generell im Sommer erfolgt, und zum anderen, weil das beliebte Gemüse ein geschätztes Mitglied der großen Familie der Gartenkürbisse (Cucurbita pepo) ist. Im Gegensatz dazu sind die sogenannten Herbstkürbisse für ihre späte Ernte sowie für eine gute und lange Lagerfähigkeit bekannt. Zucchini sind hingegen nicht besonders lange haltbar und sollten möglichst frisch verzehrt werden. Praktisch ist es da, wenn man einfach in den Garten spazieren und sich eine Frucht aus eigener Ernte abschneiden kann. Wie Du Zucchini selbst kultivierst, erfährst Du ausführlich auf dieser Seite.
Zucchini im eigenen Garten anbauen
Mit den SPERLI-Zucchinisamen kannst Du bekannte Zucchinisorten aus eigenem Anbau genießen, so zum Beispiel die glänzende ‚Diamant‘ oder die wunderschön gestreifte ‚Striato d’Italia‘. Wer nicht bis zum Juni warten möchte, muss seine Zucchinisamen erst drinnen in Töpfen vorkultivieren. Eine Direktsaat vor Juni führt leider nicht zum gewünschten Erfolg.
Zucchinisamen in Töpfen vorkultivieren
Um Deine leckeren Zucchini erfolgreich anzusäen, solltest Du Ende April bis Mitte Mai zunächst mit dem Vorziehen der Pflanzen beginnen. Dazu verteilst Du Deine Zucchinisamen jeweils einzeln in 8 cm große Töpfe oder legst jeweils 2 Samen in einen Topf mit 10 cm Durchmesser. Die Aussaattiefe sollte 2 bis 3 cm betragen. Nach der Saat ist es am besten, wenn Du die Töpfe drinnen auf eine Fensterbank, stellst.
Zur erfolgreichen Keimung Deines Saatguts ist dann vor allem noch ein Faktor wichtig: ausreichend Wärme. Zucchinisamen benötigen zum Keimen eine Temperatur von 18 bis 22 °C. Ist diese Voraussetzung erfüllt, ist der Keimprozess innerhalb von 7 bis 14 Tagen abgeschlossen. Falls Du mehrere Samen in einen Topf gesät hast, solltest Du mit dem Wachstum der ersten Laubblätter weniger robuste Pflanzen entfernen. So sorgst Du für optimale Wachstumsbedingungen der kräftigeren Sämlinge.
Umsetzen der Jungpflanzen ins Freiland
Haben Deine gesunden Jungpflanzen Ende Mai bis Anfang Juni starke Wurzelballen ausgebildet, kannst Du sie ins Freiland umpflanzen. Achte bei diesem Schritt jedoch darauf, dass Deine Zucchinipflanzen zu diesem Zeitpunkt noch nicht mehr als 3 oder 4 Blätter ausgebildet haben. Denn Pflanzen mit mehr Blättern sind bereits so weit in ihrem Wachstum fortgeschritten, dass sie durch das Umpflanzen eher in ihrer Entwicklung beeinträchtigt statt gefördert werden.
Hinweise für eine Direktsaat ins Freiland ab Juni: Wenn Du Deine Zucchinisamen direkt draußen aussähen möchtest, kannst Du damit ab Anfang Juni starten. Verteile dazu die einzelnen Samen in einem Abstand von 1 m x 1 m in Deinem Garten. Doch Vorsicht: Frische Zucchinisamen sind bei Schnecken sehr beliebt, weshalb Du Deine Keimlinge insbesondere in den ersten Nächten vor diesen schützen solltest.
Für das weitere Wachstum der Zucchinipflanzen im Freiland sind ein guter Boden und eine angemessene Wasserversorgung von Vorteil. Das Ansetzen von Blüten, aus denen später die Früchte entstehen, ist dann ein Selbstläufer.
Wichtig für den weiteren Wachstumsverlauf: Guter Boden und ausreichend Wasser
Um das weitere Wachstum junger Zucchinipflanzen zu fördern und eine reichhaltige Ernte zu erzielen, sind folgende Eigenschaften für einen guten Boden wichtig:
- ausreichend hohe Temperatur
- genügend Nährstoffe
- lockere Struktur
- sonniger bis halbschattiger Standort
Zudem solltest Du stets für ausreichend Wasser sorgen, besonders während der Entwicklung der Früchte von Anfang Juni bis Mitte August, aber ohne dabei Staunässe zu verursachen. Ansonsten riskierst Du, dass sich Dein wertvolles Erntegut verformt und bitter wird. Ebenso schädlich wie Staunässe und Kälte ist auch ein Boden mit einem zu hohen Salzgehalt.
Nur aus weiblichen Blüten entstehen Früchte
Bei den ersten Blüten an Deinen Zucchinipflanzen handelt es sich um männliche Blüten, die weiblichen Blüten werden sich erst nach fortgeschrittenem Wachstum mit viel Sonne und Wärme zeigen. Erkennen kannst Du weibliche Blüten an dem Fruchtknoten, welcher einer kleinen zierlichen Frucht ähnelt. Damit darauf eine Frucht entsteht, ist erst eine Bestäubung durch Insekten nötig.
Die Bestäubung der Blüten ist meist nur in wenigen Morgenstunden möglich. Wenn Du aber blühende Blumen in unmittelbarer Nähe Deiner Zucchini anpflanzt, lockst Du viele nektarliebende Insekten an und erhöhst die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Zucchiniblüten von diesen bestäubt werden. Falls dieser Trick aufgrund von Kälte oder Regen nicht funktionieren sollte, kannst Du die Blüten mit einem Pinsel auch selbst bestäuben.
Es empfiehlt sich, junge Früchte mit einer Größe von 15 bis 20 cm zu ernten. Zucchini in dieser Wachstumsphase bescheren Dir einen besonders zarten und aromatischen Genuss. Die älteren Zucchini fallen dagegen mehliger aus und verlieren an Bissfestigkeit. Zudem wird die Schale im Laufe der Zeit ziemlich hart und es entwickeln sich immer mehr Kerne.
Falls Du mit der Ernte dennoch einmal zu lange gewartet hast, musst Du die älteren Zucchini aber keineswegs stiefmütterlich behandeln. Die Früchte eignen sich dann trotzdem noch hervorragend zur Zubereitung von Suppen und Marmeladen. Nach dem Entfernen der Kerne können Sie außerdem wunderbar mit zahlreichen Leckereien gefüllt und überbacken werden.
Nach der Ernte ist vor dem nächsten Anbau
Wenn Du Zucchini direkt wieder neu anbauen möchtest, solltest Du zur Vermeidung von schädlichen Bodenpilzen einen neuen geeigneten Standort für den Anbau wählen. Nach einer Anbaupause von 3 bis 4 Jahren kannst Du dann an Deinem bereits bewährten Saatplatz neue Zucchini, aber auch andere Kürbisgewächse wie Gurken und Kürbisse anpflanzen.
Die Zucchini und ihre Sortenvielfalt
Im SPERLI-Shop findest Du zahlreiche Samen zur Anzucht unterschiedlichster Zucchinisorten. Zur Auswahl steht beispielsweise die runde und leuchtend gelbe Zucchini ‚Midas‘. Als besonders widerstandsfähig gegen Echten Mehltau hat sich die Zucchini ‚Leila‘ erwiesen. Die Zucchini ‚Eight Ball‘ zeichnet sich wiederum durch ihre frühe Ernte und ihre schmackhaften, grünen Früchte aus. Ebenso lohnenswert ist aber auch die Anzucht der prächtigen Zucchini ‚Orelia‘, denn diese Sorte ist besonders ertragreich und versorgt Dich mit vielen wunderschönen und leckeren Früchten von goldgelber Farbe.
Alles Wichtige zum Anbau von Zucchini im Überblick
Was Du beim Anbau von Zucchini unbedingt im Blick haben solltest, haben wir Dir in einer Übersicht kurz und bündig zusammengefasst:
- Ende April bis Mitte Mai
Vorkultur im Haus
- Warmer, feuchter, nährstoffreicher Boden an sonniger, geschützter Stelle
Auf gleichmäßige Wasserversorgung achten, da sonst deformierte und bittere Früchte auftreten können
- 2 bis 3 cm
- 100 x 100 cm
- Kletterzucchini: 30 x 100 cm
Luftig, damit die Blätter gut abtrocknen können
- 18 bis 22 °C
Temperatur Tag und Nacht einhalten
- 7 bis 14 Tage
Pflanzsubstrat gleichmäßig feucht halten
- Unkraut entfernen
- Früchte regelmäßig abernten
- August bis Oktober
Beginn je nach Sorte 45 bis 60 Tage nach der Aussaat
Du bist auf der Suche nach einer leckeren und zugleich optisch auffallenden Zucchini? Dann ist die Zucchini 'Custard White' genau das Richtige für Dich! Ihre Früchte sind tellerförmig und haben zudem eine weiße Außenfarbe, wodurch sie auf jeden Fall ein Highlight im Garten und bei Dekorationen sind.Des Weiteren schmeckt die 'Custard White' auch wirklich gut. Der beste Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn die Früchte einen Durchmesser von 15 cm haben. Dann sind sie besonders zart. Prinzipiell können die Zucchinis von Juli bis Oktober geerntet und danach gut gelagert werden.
Die knackige BIO Zucchini ist eine überaus robuste Sorte, die selbst bei feuchtkühlem Wetter besonders früh Früchte ansetzt. Du kannst sie von März bis Juni vorziehen und ab Mitte Mai im Gefäß oder im Gartenbeet an eine sonnige bis halbschattige Stelle pflanzen. Der Boden ist bestenfalls nährstoffreich und feucht. Zudem kannst Du den Ertrag mit wöchentlichem Düngen spürbar erhöhen.Sobald die Früchte dieser F1-Sorte eine Länge von 20 cm erreichen, was meist von Juni bis Oktober der Fall ist, solltest Du sie abnehmen und erntefrisch weiterverarbeiten.
Mit ihrer länglichen Form und der goldgelben Farbe stechen die Früchte der Zucchini 'Orelia' aus jedem Gartenbeet hervor. Besonders schmackhaft sind sie, wenn sie mit einer Länge von 15 bis 20 cm geerntet werden. Durch regelmäßiges Abernten förderst Du den Ansatz neuer Blüten, wodurch Du im Erntezeitraum von Juli bis September Deinen Ertrag spürbar steigern kannst.Bei der Aussaat hast Du die Wahl: Du kannst die F1-hybriden Samen entweder als Vorkultur im April ausbringen oder im Mai direkt ins Freiland säen. Wichtig für einen gelingsicheren Anbau ist ein sonniger Standort und ein nährstoffreicher sowie humoser Gartenboden. Außerdem musst Du Zucchinipflanzen immer gut wässern und regelmäßig düngen.
Die Zucchini 'Leila' von SPERLI wächst kompakt und besticht durch einen gleichmäßigen, üppigen Fruchtansatz. Während der Ernteperiode von Juli bis Oktober bildet die F1-Hybride zahlreiche Früchte, die bei einer Länge von etwa 15 cm am besten schmecken.Im Haus kannst Du 'Leila' im April vorkultivieren und die Jungpflanzen dann im Mai ins Beet setzen. Wenn Du möchtest, kannst Du im Mai und Juni das Saatgut aber auch direkt im Freiland ausbringen. Die Pflanzen sind resistent gegen den Falschen Mehltau und gelten auch sonst als sehr robust.
Mit ihrer leuchtend gelben Farbe und runden Form hebt sich die Zucchini 'Midas' optisch von den klassischen dunkelgrünen, länglichen Zucchinisorten ab. Es handelt sich um eine frühe F1-Hybride, die kompakt und buschig wächst. Während der Ernteperiode von Juni bis Oktober bilden die Pflanzen viele Früchte, die angenehm aromatisch schmecken, insbesondere wenn sie einen Durchmesser von 10 bis 15 cm erreicht haben. Zum Füllen eignen sie sich besonders gut.Von März bis Mai kann 'Midas' vorkultiviert werden. Im Mai, wenn es frostfrei ist, kannst Du die Jungpflanzen schließlich ins Freie setzen. Eine Direktsaat ist im Zeitraum von Mai bis Juni aber ebenfalls möglich. Zucchinipflanzen lieben humose, nährstoffreiche Erde in sonniger Lage und sollten regelmäßig gewässert und gedüngt werden.
Die BIO-Zucchini 'Ola Escaladora' ist eine starkwüchsige Kletterzucchini für den Anbau mit Rankhilfen. Ideal wächst sie an Rankgerüsten, Zäunen oder Mauern, wo eine kräftige Schnur oder Stangen den Wuchs nach oben unterstützen. Die Ranken können insgesamt eine Länge von bis zu 8 m erreichen, während die Früchte etwa 20 bis 25 cm lang werden. Der Anbau beginnt im Haus im Rahmen einer Vorkultur von März bis Mai. Du kannst allerdings darauf auch verzichten und das Saatgut direkt ins Frei ab Ende April ausbringen.Als Standort kommen warme, sonnige und windgeschützte Plätze infrage. Zudem fühlt sich 'Ola Escaladora' auf humosen, nährstoffreichen und lockeren Gartenböden besonders wohl. Im Sommer solltest Du die Triebe immer etwas kürzen. Bei Vorkultur bzw. früher Aussaat ist schon eine Ernte ab Juni möglich und dauert bis in den Herbst hinein an.
Dunkelgrün und rund präsentieren sich die Früchte der F1-hybriden Zucchini 'Eight Ball'. Sie sind besonders schmackhaft, wenn Du sie mit einem Durchmesser von 10 bis 15 cm erntest. Als kalorienarmes Feingemüse kannst Du sie vor allem für mediterrane Gerichte verwenden. Generell sind Deiner Fantasie hinsichtlich ihrer Verwendung aber keine Grenzen gesetzt!'Eight Ball' kannst Du von März bis Mai im Haus vorkultivieren und ab Mitte Mai ins Freiland verpflanzen. Etwas leichter ist es, wenn Du direkt ins Freiland aussäst, was allerdings erst ab Mai möglich ist. Die Sorte wächst buschig und kann bei früher Aussaat schon ab Juni bis in den Oktober hinein geerntet werden. Damit Du hohe Erträge einfahren kannst, solltest Du die Pflanzen regelmäßig düngen und wässern.
Bei der Zucchini 'Diamant' handelt es sich um eine frühe und lang tragende Sorte. Diese F1-Hybride hat keine Ranken und bringt eine Vielzahl köstlicher Früchte hervor. Diese glänzen und haben zudem eine appetitliche grüne Farbe. Die Schale ist mit hellen, leichten Sprenkeln übersäet. Ab Juni und bis Oktober kannst Du die Früchte ernten.Die leckeren Zucchini können auf viele Weisen verarbeitet werden: Du kannst sie kochen, braten, panieren, schmoren, grillen oder in Fett ausbacken. Falls doch mal ein paar Zucchini übrig bleiben, können sie problemlos eingefroren werden.
Leicht weiß gerippt und grün gesprenkelt sind die zylindrischen Früchte der Zucchini 'Striato d'Italia'. Diese Premiumsorte wächst sehr ertragreich in sonnigen Lagen mit einem humosen, nährstoffreichen Gartenboden. Ausgebracht werden können die Samen direkt ins Beet im Mai und Juni. Wenn Du möchtest, kannst Du die Pflanzen aber auch von März bis Mai vorkultivieren. Während der gesamten Anbauzeit sind Wässern und Düngen wichtig.Wenn die Früchte etwa 20 bis 25 cm lang sind, solltest Du sie ernten und verarbeiten. Gedünstet, geschmort oder in Fett gebacken – die Zucchini 'Striato d'Italia' ist immer eine Delikatesse, insbesondere auch die großen gelben männlichen Blüten, aus denen keine Früchte hervorgehen. Die Früchte eignen sich für eine spätere Verwendung übrigens auch gut zum Einfrieren.
Die Kletterzucchini 'Black Forest' fasziniert mit ihren dunkelgrünen, zylindrischen Früchten und einem fein-milden Geschmack. Um vorhandenen Platz optimal zu nutzen, kannst Du die Pflanzen an einer Rankhilfe wachsen lassen. Eine regelmäßige Ernte ab ca. 10 cm Länge erhöht den Ertrag dieser köstlichen Früchte. Mit ihren hohen Erträgen ist diese Zucchinivariante ein Muss für jeden Gartenliebhaber. Ob gegrillt, gebraten oder gefüllt – die kulinarischen Möglichkeiten sind nahezu endlos und tragen dazu bei, saisonale Rezepte zu bereichern.