Wurzelläuse gehören je nach Art entweder zur Überfamilie der Blattläuse (Aphioidea) oder zur Überfamilie der Schildläuse (Coccoidea). Wenn Deine Pflanzen von den Plagegeistern betroffen sind, kannst Du meist ein beschränktes Wachstum, geringe Erträge, Welken oder Wurzelfäule beobachten. Die 2 bis 3 mm großen Wurzelläuse selbst wirst Du wahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommen, da sie sich je nach Art vor allem im Boden aufhalten. Dort saugen sie an den Wurzeln der Pflanzen und scheiden Honigtau aus, der wiederum einen Befall mit Ameisen zur Folge haben kann. Im Laufe des Jahres durchlaufen Wurzelläuse mehrere Entwicklungsstadien und ändern ihre Position auf der Pflanze, teilweise wechseln sie sogar ihren Wirt.
Eine direkte Bekämpfung der Läuse ist im Allgemeinen eher schwierig, da sie sich überwiegend gut geschützt im Boden aufhalten. Um Wurzelläusen vorzubeugen oder ihren Bestand zu dezimieren, gibt es dennoch einige hilfreiche Tipps:
Kulturschutznetze: Solche speziellen Netze können dazu beitragen, Deine Pflanzen vor dem Befall mit Wurzelläusen zu schützen. Das Kulturschutznetz solltest Du im Sommer auslegen.
Bodenpflege: Wurzelläuse fühlen sich vor allem in trockenen und verdichteten Böden wohl. Achte also stets auf einen gut durchlüfteten, lockeren und ausreichend feuchten Boden.
Tierische Räuber: Kurzflügelkäfer, Laufkäfer und Hundertfüßer freuen sich darauf, Wurzelläuse zu ihrer nächsten Mahlzeit zu machen.
Mischkulturen: Bewusst angelegte Mischkulturen und eine naturbelassene Artenvielfalt können ebenfalls beim Schutz vor Wurzelläusen helfen. Die Kultur unterschiedlicher Pflanzen trägt nämlich generell dazu bei, dass sich Schädlingsarten nicht zu stark vermehren können.
Resistente Sorten: Unter den zahlreichen Salatsorten gibt es auch einige Varianten, die gegen Wurzelläuse resistent sind. Zu diesen zählen beispielsweise der rote Eichblattsalat ‚Sirmai‘ und Kopfsalat ‚Dynamite‘.
Von Schwarzpappel und Weißdorn Abstand halten: Um das Wurzellausaufkommen nicht zusätzlich zu fördern, solltest Du Winterwirte wie die Schwarzpappel oder den Weißdorn nicht in unmittelbarer Nähe zu einem anfällige Beet anpflanzen.
Entfernen betroffener Pflanzen: Wenn Deine Pflanzen zu stark von Wurzelläusen befallen sind, solltest Du sie sorgfältig aus dem Boden entfernen. Achte hierbei darauf, dass Du sämtliche Wurzelreste und Strünke mit herausziehst, um eine Überwinterung von zurückgebliebenen Läusen zu vermeiden.
Wie Du siehst, gibt es einige Maßnahmen, die gegen Wurzelläuse ergriffen werden können. Sind bei Dir seltene Kakteen, Palmen oder andere wertvolle Einzelpflanzen betroffen, kannst Du diese auch mit speziellen chemischen Mitteln behandeln. Welches Mittel dabei wie stark verwendet werden sollte, besprichst Du am besten mit einem Experten aus dem Fachhandel.
Bei Wurzelläusen, die Zimmerpflanzen befallen, handelt es sich um Arten aus den Gattungen Rhizoecus und Pemphigus. Auf Kakteen, Palmen, Wolfsmilchgewächse, Nelken, Geranien, Gummibäume und Dieffenbachien haben sie es besonders abgesehen. Die asiatische Hibiskuswurzellaus (Rhizoecus hibisci) ist ursprünglich nicht bei uns heimisch, sondern fand vermutlich über importierte Bonsaipflanzen ihren Weg nach Europa. In Asien befällt diese Lausart unter anderem Hibiskus, Oleander, Gummibäume, Liguster, Ulmen, Granatapfel und Rhododendron.
Neben Zimmerpflanzen gibt es auch Wurzelläuse, die im Sommer Johannis- und Stachelbeergewächse befallen. Sie werden treffend als Johannisbeerwurzelläuse (Eriosoma ulmi) bezeichnet. Abgesehen von einem eventuell verzögerten Wachstum tragen die Pflanzen im Zuge eines Befalls keine dauerhaften Schäden davon. Allerdings überdauern Johannisbeerwurzelläuse im Winter an Ulmen und sorgen dort im anschließenden Frühjahr für eine Kräuselung der Blätter. Johannisbeerwurzelläuse weisen eine rosa-graue bis graue Färbung auf und besitzen weiße Wachsflocken auf dem Rücken.
Bei der Kultivierung von Salatpflanzen können Dir vor allem die sogenannten Salatwurzelläuse (Pemphigus bursarius) zum Verhängnis werden. Diese Läuse nutzen Schwarzpappeln zur Überwinterung und vermehren sich dort in Gallen an den Blattstielen. Im Juni und Juli suchen die Salatwurzelläuse dann ihre Sommerwirte auf und setzen sich an den Wurzeln von Salat, Endivien, Chicorée und anderen Pflanzen fest. Die grauen Salatwurzelläuse sind mit dünnen Wachsfäden überzogen und ca. 2 bis 3 mm groß. Pflanzen, die mit Läusen dieser Art befallen sind, weisen ein vermindertes Wachstum sowie eingeschränkte Bildung von Köpfen auf. Sie werden zudem von unter her gelblich und welken schnell.
Wenn Deine leckeren Möhren von Wurzelläusen befallen sind, kannst Du es dabei mit zwei unterschiedlichen Arten zu tun haben. Zum einen werden Möhren nämlich von der sogenannten Möhrenwurzelhalslaus (Dysaphis crataegi) befallen, die auch andere Doldenblütler wie Petersilie und Sellerie heimsucht. Zum anderen kann es sein, dass Deine Möhren gegen die Möhrenwurzellaus (Pemphigus phenax) ankämpfen müssen.
Die Möhrenwurzelhalslaus überwintert zunächst an Weißdornpflanzen und sucht sich dann ihren Platz im Gemüsebeet. Dort zählen Doldenblütler wie Möhren, Petersilie und Sellerie zu ihren Lieblingswirten. Wenn die Möhrenwurzelhalslaus einen passenden Wirt gefunden hat, beginnt sie an dessen Wurzelhals zu saugen und vermindert dadurch das Wachstum und die Erträge der Pflanze. Bei Petersilien kommt es außerdem häufig zu Blattvergilbungen. Die gelblich bis grauen Möhrenwurzelhalsläuse werden 1,5 bis 2,5 mm groß.
Im Gegensatz zu Möhrenwurzelhalslaus überwintert die Möhrenwurzellaus nicht am Weißdorn, sondern an Schwarzpappeln. Im Frühjahr suchen die Möhrenwurzelläuse passende Bäume, um sich an den Blattmittelrippen ungestört zu vermehren. Im anschließenden Sommer besetzen sie dann ihre Möhrenwirte, an deren Wurzeln sie dichte, mit weißen Wachsflocken bedeckte Kolonien ausbilden.
Auch Weinpflanzen können von Wurzelläusen, und zwar von der Reblaus (Viteus vitifoliae) betroffen sein. Die Rebläuse setzen sich im Sommer zunächst an den Blättern der Weinpflanzen fest und suchen sich im folgenden Winter einen geeigneten Platz an den Wurzeln. Dort saugen sie an den Weinpflanzen, wodurch sich kleine Knoten an den Feinwurzeln ausbilden. Schlimmer ist jedoch, dass durch die Einstichstellen giftige Pilze in das Pflanzeninnere gelangen und möglicherweise eine schädliche Wurzelfäule auslösen können. Tritt dies ein, sterben die Weinreben ab.
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