Nun ist es bald wieder soweit. Junge Pflanzen und Saatgut wartet darauf in den Garten, in Töpfe, Kübel und Balkonkästen zu kommen. Unsere grüne Oase lockt und ruft uns an die Arbeit. Doch was brauchst Du neben dem richtigen Gefäß? Natürlich das richtige Substrat. Gute Erde! – die Deinen kleinen Lieblingen beim Wachstum hilft. In Deinem Beet stellt sich die Frage erstmal nicht, da Deine Pflanzen in natürlich gewachsenem Boden stehen. Aber für Deine Gemüse und Blümchen in den verschiedenen Gefäßen ist das „perfekte“ Kultursubstrat echt wichtig und bedarf der genauen Auswahl. Das Substrat ist der Grund, der den Pflanzen im Wurzelraum Halt, Nährstoffe, Luft, Wachstum und Versorgung gewährleisten sollen.
Unter dem Begriff Blumenerde, den Du sicher schon gehört und gelesen hast, versteht man Substrate, die meist in kleineren Abpackungen für Dich als Hobbygärtner und Pflanzenfreund angeboten werden. Und nun scheint das Problem aber erst richtig zu beginnen. Du stehst im Gartencenter oder Blumenladen und siehst etliche, verschiedenste Säcke mit Erden für jeden Zweck und fast jede Kultur.
Wir versuchen Dir mit einigen Hinweisen zu helfen, worauf Du beim Kauf achten solltest. Lass Dich von Marketingverpackungen und Werbeversprechen auf der Vorderseite der Säcke nicht verwirren.
Erster Tipp: Dreh den Sack einfach um und dort solltest Du eine Tabelle finden, die über die gewählte Erde aufklärt.
Zunächst findest Du sicher Angaben zu den Hauptbestandteilen. Die meisten Standardsubstrate bestehen aus Torf-Ton-Gemischen mit zusätzlichen Zutaten wie Rindenhumus, Kompost, Perlite, Steinwolle, Blähton, Kokosfaser, Kunststoffschaum, Reisspelzen, Holzfasern oder Holzhäckseln. Der Hauptbestandteil ist bei den meisten Substraten tatsächlich noch Torf. Der für Substrate verwandte Torf ist Hochmoortorf. Hierbei musst Du noch zwischen grobfaserigem Weißtorf und stark zersetztem, feinfaserigem Schwarztorf unterscheiden. Der Zersetzungsgrad bei Torf wird durch den Humositätsgrad gekennzeichnet. Die Skala geht von H 1 „völlig unzersetzt“ bis H 10 „völlig zersetzt“.
Die Angabe des Zersetzungsgrades ist wichtig für die Anwendung. Wenn Du zum Beispiel Pflanzerde für eine länger stehende Kübelpflanze benötigst, dann solltest Du auf grobes Ausgangssubstrat zurückgreifen, damit sich die Pflanze lange in ihrer Erde wohlfühlt und der Luft- und Wasserhaushalt top in Ordnung bleiben kann.
Zwei weitere wichtige Werte, die Du auf der Rückseitentabelle finden kannst, sind die Angaben zum Salzgehalt und zum pH-Wert. Die optimale Pflanzerde sollte bei ihrem Salzwert zwischen 1 und 2 g/l liegen. Das ist ein Salzwert zwischen weniger salzempfindlichen und salzverträglichen Kulturen, zu denen die meisten Pflanzen gehören. Der pH-Wert, mit dem die meisten Pflanzen richtig gut zurechtkommen, sollte bei 5,5-6,5 liegen. Da füllen sich Deine Pflanzen wohl und können Nährstoffe gut aufnehmen.
Fertige Pflanz- und Blumenerden sind schon etwas aufgedüngt. Die drei wichtigsten Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P2O5) und Kalium (K2O) sind überwiegend vorhanden. Gute Mittelwerte sollten hier bei 50-200 mg/l Stickstoff (N), 80-300 mg/l Phosphor (P2O5) und 40-200 mg/l Kalium (K2O) liegen. Diese Vordüngung hält bei den meisten Substraten 4-6 Wochen, danach musst Du Deine Pflanzen weiter mit Dünger versorgen. Wie lange, die Vordüngung reicht, sollte auf dem Sack auch vermerkt sein.
Das sind schon mal wichtige Angaben, die Dir zeigen, ob Du bei der Wahl Deines Substrats richtig liegst. Nimm Dir ruhig Zeit bei der Auswahl, denn das entscheidet über Deinen Ernte- und Blüherfolg, sowie über den Gesundheitszustand Deiner grünen Lieblinge.
Mit der richtigen Auswahl legst Du die Basis für einen guten Start und ein erfolgreiches Gelingen.
Viele Hersteller bieten Dir schon fertige Produkte zu den unterschiedlichsten Kulturen an. Einige machen Sinn, andere weniger, weil es sich doch nur um ganz gewöhnliche Erden handelt, die den Angaben entsprechen, die wir Dir oben im Artikel schon erklärt haben.
Sinnvoll sind Anzuchterden, die geringen Salz- und Düngergehalt aufweisen. Auch Rhododendronsubstrate machen Sinn, da sie meistens noch eine Extraportion Eisen haben, die Rhodos ganz besonders brauchen.
Auch Orchideen- und Kaktuserden haben aufgrund ihrer Zusammensetzung verschiedener Bestandteile, wie zum Beispiel Rinde oder Steinchenanteil ihre Berechtigung.
Bei anderen Substraten entscheide selbst, ob es sich lohnt den Mehrpreis für den Namen zu bezahlen.
Falls Du im gewachsenen Boden oder eventuell sogar in eigener Komposterde Dein Gemüse oder Deine Blumen anziehst, dann solltest Du einige wichtige Dinge beachten.
Garten- oder Komposterde hat manches Mal kein optimales Nährstoffvorkommen beziehungsweise ist sogar durch natürliche Samenunkräuter und Bodenpilze verunreinigt. Das ist völlig normal, ist aber wichtig zu wissen. Denn gerade eine Aussaat sollte besser nicht in Komposterde erfolgen. Es sei denn Du hast sie vor Gebrauch gedämpft und somit alles für die Sämlinge Schädliches entfernen können. Falls Du Dir ganz sicher sein willst, was mit Deinem Boden los ist beziehungsweise was drin oder eben nicht drin ist, dann schau doch mal auf der Internetseite der LUFA (Landwirtschaftskammer) vorbei. Dort wird Dir erklärt, wie Du eine Bodenprobe nehmen kannst, wohin Du sie schicken kannst und neben dem Ergebnis der Bodenprobe erhältst Du eine Beratung darüber, wie Du Deinen Boden wieder vollkommen fit machen kannst, falls er es braucht.
Über den Bereich Erden und Substrate ließe sich noch viel schreiben. Wir hoffen, wir konnten Dir für die anstehende Garten-Balkon-Saison einige wichtige Hinweise und einen kleinen Überblick rund ums „richtige“ Substrat geben.
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