Gärtnern auf kleinem Raum
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Kübel und Balkon
Zu viel Schatten durch Mauern und Bäume, eine ungünstige Lage am Steilhang, schwieriger Boden oder generell zu wenig Platz – Gründe gegen die Kultivierung von Blumen, Gemüse, Beeren und Obst gibt es zur Genüge. Die Lösung ist jedoch ganz einfach: Terrasse und Balkon neigen für gewöhnlich nicht zur Schräglage und gewährleisten Unabhängigkeit von schlechten Bodenbedingungen gute Voraussetzungen für eine reiche Ernte. Sind Kübel, Töpfe und Co. erst einmal bepflanzt, lassen sie sich problemlos von A nach B verschieben, sodass den Pflanzen stets der beste Standort zur Verfügung steht. Nicht nur das Saatgut, auch die Pflanzgefäße kommen wunderbar vielseitig daher und sorgen für Abwechslung. So bietet selbst wenig Platz viel Raum für Kreativität!
Balkonier und Stadt-Gärtner wissen es schon längst: Wer Pflanzen in Kübeln kultiviert, trägt eine besondere Verantwortung. Anders als im Beet können die Wurzeln nicht im Erdboden auf die Suche gehen, sondern sind auf ihr Gefäß beschränkt. Sie erhalten lediglich das, was der Gärtner ihnen bietet. Daher hat dieser zu gewährleisten, dass seine Pflanzen mit bester Erde, genügend Nährstoffen und ausreichend Wasser versorgt werden. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist die Grundlage des Kulturerfolgs, denn zu wenig Flüssigkeit lässt Früchte und Knollen platzen, macht Blätter ledrig und verursacht einen pelzigen oder bitteren Geschmack. Je nach Sorte, Witterung und Standortbedingungen kann es nötig sein, täglich zu gießen. Wind und Sonne heizen die Erde auf und trocknen sie aus. Um zu prüfen, ob neues Wasser nötig ist, wird einfach ein Finger in die Erde gebohrt. Fühlt sich die Kuppe kaum feucht an, ist Nachschub gefragt – idealerweise morgens oder abends direkt in den Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benässen. Doch Vorsicht: Überschüssiges Wasser staut sich schnell im Topf und führt zu Sauerstoffmangel, der die Wurzeln faulen lässt. Hier schafft eine 5-10 cm hohe Drainage-Schicht aus Kies oder Tongranulat Abhilfe.
Für gewöhnlich dient den Balkon- und Terrassenpflanzen der klassische Blumentopf oder Kübel als Behausung, und auch Balkonkästen sind weit verbreitet. Doch lassen sich schon im Alltag wahre Schätze entdecken, die als individuelle Alternativen genutzt werden können. Säcke, Milchtüten, Gummistiefel, Siebe, Teekannen, Mülleimer, Apfelkisten, Gießkannen, Fässer – dies ist nur eine kleine Auswahl der schier unendlichen Möglichkeiten. Die meisten Gegenstände müssen lediglich mit ein paar Bodenlöchern versehen werden und sind dann reif fürs Befüllen. Andere Optionen benötigen etwas mehr Aufwand, erhöhen jedoch auch den Spaßfaktor.
Neben kleinen Laub- und Nadelbäumen wie Buchsbaum, Kugel-Ginkgo oder Zuckerhutfichte, die vor allem Sichtschutz bieten, lassen sich Balkone und Terrassen auch mit prächtigen Obstbäumen bepflanzen, die leckere Früchte wie Äpfel, Aprikosen, Zitronen, Birnen oder Feigen auf den Tisch bringen. Zudem werten wunderschöne Blumen oder schmackhafte Gemüsesorten jeden Standort auf, sei er auch noch so klein. Viele Arten gedeihen seit jeher im Kübel, andere wurden durch gezielte Züchtung an die speziellen Verhältnisse in Töpfen angepasst. Balkon-Sorten von Erbsen, Paprika, Tomaten oder Bohnen zeichnen sich durch ihren kompakten, reich verzweigten Wuchs und ihre vielen Früchte aus. Selbst Auberginen, Karotten oder Blumenkohl gibt es inzwischen im Mini-Format – Balkonier stehen Hausgärtnern also in nichts nach!