Essbare Blüten
Von der Blüte auf den Teller
Ein Augenschmauß zum Anbeißen
Schon ab dem Frühling verwandelt sich Dein Garten oder Balkon in eine bunte Oase und verzaubert Dich im Sommer wie ein Meer aus Blüten, Formen und Farben. Es duftet, leuchtet und summt! Unsere Nützlinge freuen sich über die Fülle und lassen es sich schmecken. Aber auch Du kannst nicht nur den Anblick der zauberhaften Blüten genießen! Ob direkt vom Stängel in den Mund oder in leckeren Rezepten verarbeitet – mit unseren Anregungen wird Deine Blütenvielfalt für Dich bald mehr als nur ein reiner „Augen“-Schmaus.
Manche Blumen sind Dir vielleicht als essbar bekannt – doch es ist kaum zu glauben, wie viele Blüten Du tatsächlich vernaschen und verarbeiten kannst! Und das Beste: Du musst nicht bis zum Sommer warten, denn bereits im Frühjahr findest Du schmackhafte Blüten wie Veilchen, Löwenzahn oder Gänseblümchen vor. Ob frisch vom Stiel gezupft in Salaten, Kräuterquark oder Suppe, als Highlight in Deiner Bowle, verarbeitet zu Sirup, Gelee und Gebäck oder pur getrocknet für die spätere Verwendung – Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Dabei überzeugen die strahlenden Blüten nicht nur optisch, sondern verzücken auch mit ungeahnten Aromen.
Die Auswahl an frischen Blüten, die in Deinem Garten blühen und jeden Salat im Handumdrehen mit Farbtupfern in Blau, Violett, Weiß, Gelb, Rot oder Orange aufwerten, ist riesig. Damit sieht nicht nur das „bunte Grün“ schöner aus, die Blüten sorgen zusätzlich für wunderbare Würze. Taglilienblüten haben eine leicht pfeffrige, an Radieschen erinnernde Schärfe, während Löwenzahn bitter-würzig schmeckt. Von Kapuzinerkresse, Borretsch und Ringelblume können auch die grünen Blätter im Salat verwendet werden. Ringelblumenblätter sind pikant würzig, und Borretsch bringt eine erfrischende Gurkennote ins Spiel – nicht umsonst wird die Pflanze auch Gurkenkraut genannt. Kapuzinerkresse, sowohl die Blüten als auch die Blätter, schmeckt leicht scharf, nach Kresse oder Senf, und ihre Blüten sind teilweise sogar etwas süßlich.
Mit feiner Süße verwöhnen auch Veilchen, Malven, Kornblumen, Rosen und Gewürztagetes Deinen Gaumen. Sie können in Quarkspeisen, Buttercremes, Parfaits und Sorbets oder auf Deinem Gebäck optisch und geschmacklich Akzente setzen. Auch direkt in den Teig eingelassen sorgen viele Blüten für eine bunte Überraschung – backe doch einmal Pfannkuchen mit den blumigen Zutaten oder gib Blüten in Deinen Keksteig! Trockne die Blüten(-blätter) und nutze sie zur Deko über Kuchen, Desserts oder Joghurt. So konservierte Blüten kannst Du das ganze Jahr über verwenden. Wie wäre es im Dezember mit Rosen-Rotwein-Lebkuchen oder einem wärmenden Kräutertee, in dessen heißem Wasser Deine getrockneten Ringelblumenköpfe und ganzen Kamillenblüten aufblühen? So wird selbst der frostigste Winter wunderbar sommerlich!
Nicht nur getrocknete Blütenblätter lassen sich gut aufbewahren: Mit den meisten Blüten kannst Du auch Blütenzucker herstellen, den Du in Tee, auf Kuchen oder Desserts verwenden kannst. Auch kandierte Blüten wie von Veilchen, Rosen oder Lavendel kannst Du in Gläser abfüllen und bei Bedarf als süße Deko nutzen. Bewahre beides lichtgeschützt auf, damit die kräftigen Farben der Blüten nicht so schnell verblassen. Ob in Marmelade, Gelee, als Aufstrich oder im Honig – mit vielen essbaren Blüten sorgst Du für Schwung auf dem Frühstückstisch! Verfeinere Deine Rezepte mit Kornblumen, Kräuterblüten, Rosen-, Schlüsselblumen-, Stiefmütterchenblüten, Gänseblümchen, Löwenzahn, Ringelblumen, Veilchen, Holunderblüten oder Lavendel und lass Dich von neuen Geschmäckern verzaubern! Beachte dabei, dass zum Beispiel Lavendel einen sehr kräftigen Geschmack hat, und taste Dich mit kleineren Mengen vorsichtig heran. Neben Schraubgläsern kannst Du auch Glasflaschen verwenden, zum Beispiel für Blütenessig, der als Salatdressing eine gute Figur macht.
Deine Blüten können auch ganz wunderbar zum Einsatz kommen, wenn Du kein Salat oder Süßes auf den Tisch bringen möchtest. Lavendel schmeckt köstlich in Brot, Quiche oder Ziegenkäsecreme. Veilchen harmonieren mit Bärlauch in Quark oder Joghurt, lassen sich in Kräuterbutter verwenden oder peppen Deine Suppe optisch auf, wenn Du sie beim Servieren darauf streust. Kapuzinerkresseblüten beeindrucken Deine Gäste auf kalten Platten oder sind leuchtende Eyecatcher auf dem Brotzeitbrett. Mit vielen Blüten lassen sich zudem herzhafte Aufstriche und frische Dips verfeinern. Auch Soßen oder Fleischgerichte bekommen mit Blüten eine besonders aromatische Note.
Hier eine kleine Übersicht über essbare Blüten, die Du vielleicht in Deinem Garten findest:
- Gänseblümchen: Schmecken nussig-säuerlich bis bitter. Streue sie über Deinen nächsten Salat.
- Ringelblumen: Schmecken mild und bringen Farbe in jedes Gericht. Ideal auch zum Färben.
- Kapuzinerkresse: Schmeckt leicht pfeffrig – einfach frisch genießen!
- Lavendel: Intensiver blumiger Geschmack. Perfekt für Limonade oder Lavendelzucker.
- Stiefmütterchen: Süßlich-mild und sorgen für Farbe im Salat.
- Schnittlauchblüten: Leicht würzig, bringen Farbe in Deine Kräuterbutter.
- Basilikumblüten: Leicht pfeffrig, passen hervorragend zu Tomaten.
- Untersuche die Blüten, bevor Du sie isst, nach Tieren.
- Pflücke nur an Stellen, die Du genau kennst und wo Du weißt, dass keine Tiere die Stelle als Toilette benutzen.
- Wasche die Blüten vorsichtig ab.
- Verwende die Blüten direkt nach dem Pflücken, damit sie nicht an Geschmack verlieren.
- Pflücke nur die Blüten, wo Du Dir sicher bist, dass sie ungiftig sind. Frage immer einen erfahrenen Gartenexperten, bevor Du sie isst!
Tipp: Friere doch einfach mal Deine Blüten in einem Eiswürfel ein. Du wirst erstaunt sein!
Neben den optischen und geschmacklichen Reizen haben die meisten essbaren Blüten auch gesundheitsfördernde Eigenschaften. Sie enthalten Vitamine, Mineralstoffe und Senföle, fördern die Verdauung und wirken entzündungshemmend oder stärken das Immunsystem.
Diese mehrjährige, beliebte Duftpflanze ist ein wahrer Anziehungspunkt für Schmetterlinge und Insekten. Ab Juni frische Blätter und Triebspitzen vor der Blüte ernten. Diese können mit ihrem herrlichen Aroma sparsam zum Würzen, für Tee oder Duftkissen eingesetzt werden. Sie lassen sich durch Trocknen, Einfrieren oder Einlegen haltbar machen. Ein Rückschnitt im Frühjahr wird empfohlen. Bei Vorkultur ab Mitte Mai (frostfrei) in sonnige Lage ins Freiland verpflanzen.
Bei der Würz-Tagetes 'SPERLI's Hot Mexican' handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Tagetes bzw. Studentenblume. Die schmalen, glänzenden Blätter kannst Du nämlich ebenso wie die leuchtend goldgelben Blüten zum Würzen verwenden. Salate, Rohkost, Soßen, Fleisch und vor allem Geflügelgerichte lassen sich auf diese Weise unkonventionell verfeinern. Sogar für Kakao und Tee kannst Du 'SPERLI's Hot Mexican' verwenden.Am besten gedeihen die ca. 40 cm hohen Pflanzen in Böden, die durchlässig, nährstoffreich, locker und humos sind. Die Direktsaat kann im April oder Mai erfolgen. Eine Vorkultur ist ebenfalls möglich. Ab Mitte Mai kannst Du die vorgezogenen Jungpflanzen ins Freie setzen.
Orientzauber ist eine einjährige, einfach zu ziehende, buschig wachsende Gruppenpflanze mit olivgrünen Blättern und tiefroten Blüten. Bestens geeignet für Beete, Rabatten, Schalen oder Töpfe. Auch an Mauern, neben Treppen, auf Baumscheiben und als Bodendecker kommt sie gut zur Geltung. Die Blüten, die Blütenknospen und die Blätter sind essbar. Aus den Blütenknospen können Kapern hergestellt werden, und die würzig, pfeffrig schmeckenden Blätter und Blüten bereichern Salate, pikante Quarks und Kräuterbutter. Die Sorte rankt wenig und wächst buschig.
Für einen besonderen Hingucker auf dem Teller sorgt die Blumenmischung "SPERLI's Blütensalat". Hierbei handelt es sich um eine erlesene Mischung einjähriger Sommerblumen und Kräuter, die allesamt essbar sind. Neben Kapuzinerkresse befinden sich auch Ringelblumen und Boretsch in dieser kübelgeeigneten Mischung.Die Blüten zeichnen sich durch ihr feines bis würziges Aroma aus und können den Appetit anregen. Sehr gut schmecken die Blüten in Kombination mit einem Kräuter-Joghurt-Dressing oder in Marinaden. Des Weiteren sehen sie auch in Blattsalaten, als Beilage oder zur Dekoration beispielsweise in Getränken hervorragend aus. Von Juni bis Oktober kannst Du die köstlichen Blüten ernten.