Marienkäfer sind wohl unsere bekanntesten Käfer. Die niedlichen Käfer mit den schwarzen Punkten gelten allgemein als Glücksbringer und fressen Schädlinge, was ihre Beliebtheit bei Gärtnern noch steigert.
Seinen Namen bekam der Marienkäfer wohl von den Bauern, die ihn wegen seiner Nützlichkeit sehr schätzten und ihn als Geschenk von Maria (Mutter Jesu) ansahen. Die botanische Bezeichnung `Coccinellidae` leitet sich von den Wörtern `coccineus`= scharlachfarbend und `coccinatus`= in Scharlach gekleidet ab.
Über 80 Arten von Marienkäfern gibt es in Mitteleuropa, wobei der Siebenpunkt-Marienkäfer der bekannteste und beliebteste ist. Dies kommt zum einen durch sein hohes Vorkommen innerhalb der Jahrhunderte, seine auffällige rote Farbe, die für Liebe steht, seine Flugfreudigkeit, die Erhöhung seiner Beweglichkeit auf der warmen Menschenhaut und die Zahl Sieben, die als heilige und mystische Zahl gilt. Viele leben als Räuber von kleinen Insekten, andere fressen Mehltaupilze. Während die Käfer allgemein bekannt sind, werden die Larven manchmal von Laien für Schädlinge gehalten. Diese fressen aber ebenfalls schon die lästigen Blatt- und/oder Schildläuse von Pflanzen.
Marienkäfer können sehr unterschiedlich gefärbt sein. Es gibt rote, rot-orange, gelbe, braune und auch schwarze Arten. Die rote Farbe verdankt der Käfer dem Lycopin, das auch für die rote Farbe der Tomate verantwortlich ist. Manche haben schwarze oder weiße Flecken auf den Deckflügeln. Das Muster und Zahl der Punkte ist von Art zu Art unterschiedlich.
Alle Marienkäfer können ein übelriechendes, schlecht schmeckendes, gelbes und giftiges Wehrsekret aus den Gelenken ihrer Beine absondern, wenn sie sich bedroht fühlen. Ihre auffälligen Farben und Kontraste warnen mögliche Fressfeinde vor bösen Überraschungen und sorgen dafür, dass Vögel die Käfer in Ruhe lassen.
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Der Siebenpunkt-Marienkäfer wird bis zu 8 mm lang und ist einer der größten einheimischen Marienkäfer. Er ist sehr weit verbreitet, häufig und gut bekannt. Die Tiere sind in ihrem Muster und in der Farbe recht einheitlich. Die Beine sind schwarz. Der Kopf und das Nackenschild sind schwarz mit je zwei großen und zwei kleinen weißen Flecken. Die Flügeldecken sind leuchtend rot-orange mit einem schwarzen-weißen Fleck im Nacken und sechs schwarzen Punkten an den Seiten. Die Larve ist schwarz-grau und hat vier Paare von orangen Flecken am Hinterleib. Larven und Käfer leben räuberisch von anderen Insekten.
Der Zweipunkt-Marienkäfer ist etwas kleiner. Er erreicht nur eine Länge von 5,5 mm. Auf seinen orangeroten Flügeldecken hat er jeweils einen Punkt. Auf dem Nackenschild sind zwei große und zwei kleine weiße Flecken. Auch diese Art ist ein wichtiger Blattlausräuber.
Der Asiatischer Marienkäfer stammt ursprünglich aus Ostasien. Er ist mit 5 bis 7 mm recht groß. Farbe und Zeichnung sind sehr variabel. Die Flügeldecken können gelblich-orange, rot, schwarz oder gelb sein. Sie sind ungemustert oder haben bis zu 21 rote, schwarze oder gelbe Flecken. Am häufigsten finden wir bei uns eine orange Form mit 15-21 schwarzen Flecken und einem charakteristischem „M“ auf der Stirn. Weit verbreitet ist auch eine schwarze Form mit vier orangenen Punkten. Die Larve hat die gleiche Gestalt wie die des Siebenpunkt-Marienkäfers, aber eine andere Färbung. Bei den Ostasiatischen Marienkäfern ist eine orange, L-förmige Zeichnung auf den Körperseiten, die sich über 5 Körpersegmente zieht. Vier der Rückenstacheln sind immer orange.
Der 14-Punkt Marienkäfer gehört zu ungewöhnlich gefärbten Arten. Er ist gelb mit 14 kantigen, schwarzen Flecken. Der kleine Käfer ist nur 3,5 bis 4,5 mm lang. Er ist weit verbreitet und ernährt sich von verschiedenen Blattlausarten. Seine Larve ist grau-schwarz und hat eine gelb-braune Zeichnung. Sie hat keine Stacheln, sondern feine Haare.
Der 22-Punkt-Marienkäfer ist ebenfalls gelb. Er hat 22 schwarze, rundliche Punkte, von denen 5 auf dem Halsschild sitzen. Auch die Larve ist gelb mit schwarzen Punkten. Sie trägt borstige Haarbüschel am Körper. Sowohl die Käfer, als auch die Larven fressen Echte Mehltaupilze. Sie sind besonders häufig auf Eichen zu finden.
Der Australische Marienkäfer, ist eine Art, die bei uns im Freiland nicht vorkommt. Er braucht es warm und kann den Winter in Mitteleuropa nicht überstehen. Diese Tiere fressen hauptsächlich Wollläuse und werden darum als Nützlinge in tropischen Gewächshäusern eingesetzt – z. B. in botanischen Gärten. Der Käfer ist klein und hat schwarze, behaarte Flügeldecken. Seine Larven sehen aus wie große Wollläuse und sitzen zwischen ihren Beutetieren unerkannt in den Kolonien.
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