Pflanzenstärkung und Düngung
Für starke, kräftige Pflanzen
Das Interesse an selbst angebautem Gemüse, Obst und Kräutern in Deinem Garten oder auf Deinem Balkon ist ungebrochen! Du hast Dir das Ziel gesetzt, erfolgreich zu gärtnern und Deine Erträge zu steigern? Dann lass uns gemeinsam in die faszinierende Welt der Pflanzenstärkung und Düngung eintauchen!
Schlechte Ernten oder mangelnde Qualität können Deine anfängliche Begeisterung schnell trüben. Aber das muss nicht sein! Für einen erfolgreichen Anbau spielen neben Schädlingen und Witterung auch die richtige Pflanzenernährung eine entscheidende Rolle. Ein Nährstoffmangel kann wichtige Funktionen in Deiner Pflanze beeinträchtigen, was oft in einer verminderten Produktqualität und Ernteeinbußen resultiert. Doch keine Sorge: Gute Düngung und gezielte Pflanzenstärkung sind keine Hexerei, sie lassen sich mit ein paar Faustregeln und ein wenig Beobachtungsgabe leicht umsetzen!
Zuerst ist es wichtig, die Haupt- und Spurennährstoffe zu kennen, die für eine gesunde Pflanzenernährung sorgen. Zu den Hauptnährstoffen zählen:
- Stickstoff (N) – fördert Wachstum und Ertrag
- Phosphor (P) – unterstützt Blüten- und Fruchtbildung
- Kalium (K) – sorgt für Widerstandsfähigkeit und Geschmack
- Calcium (Ca) – ist wichtig für den innerpflanzlichen Nährstofftransport
- Magnesium (Mg) – beteiligt an der Umwandlung von Sonnenlicht und Nährstoffen
- Schwefel (S)
Zusätzlich gibt es Spurennährstoffe wie Eisen (Fe), Mangan (Mn), Kupfer (Cu), Zink (Zn), Bor (B), Molybdän (Mo) und Chlor (Cl).
Woran erkennst Du häufige Mängel? Bei Stickstoffmangel zeigt sich das durch blassgrüne bis gelbe Blätter, beginnend bei den älteren Blättern. Calciummangel äußert sich beispielsweise bei Tomaten oder Paprika durch braune, abgestorbene Stellen am Fruchtende. Magnesiummangel kennst Du an gelben Blättern, wobei die Blattadern anfangs grün bleiben – ein hilfreicher Trick, um die Unterschiede zu erkennen!
Bevor es zu Nährstoffmängeln kommt, wollen wir es erst gar nicht so weit kommen lassen! Beete die mit Gründüngung vorbereitet werden, bieten eine hervorragende Grundlage für die bevorstehende Gemüsesaison. Wenn Du stark zehrende Gemüsesorten anbauen möchtest, kannst Du den Boden beispielsweise mit Ackerbohnen, Gelbsenf oder Ölrettich optimal vorbereiten.
Aber auch ohne Gründüngung kannst Du bereits zu Beginn Deiner Gemüsekultur einiges für einen erfolgreichen Start tun. Achte darauf, dass bei der Aussaat die Nährstoffversorgung im Substrat ausreichend ist. Bei der Pflanzung ins Beet sollte auf jeden Fall ein frischer, pflanzenverfügbarer Dünger bereitstehen, denn nun beginnt das spektakuläre Wachstum, und Deine jungen Pflanzen haben richtig Appetit auf Nährstoffe!
In der Aussaatschale kannst Du bereits sanft mit der Düngung beginnen, wenn die Pflänzchen etwa 2-4 cm hoch sind – aber Achtung: Überdüngung kann dazu führen, dass die Pflanzen weich und lang werden!
Eine gut geplante Startdüngung kann Dir einen Ernteertrag von bis zu 25 % mehr bescheren als bei Pflanzen, die keine erhalten haben.
Wenn Dir eine rein natürliche Ernährung Deiner Pflanzen wichtig ist, findest Du eine Vielzahl organischer Dünger, die Deinen Pflanzen eine erstklassige Basis bieten. Organische Wirtschaftsdünger wie Stallmist und Hühnerkot sind hervorragende Optionen. Auch Handelsdünger aus Knochen- und Blutmehl sowie Hornspänen, Guano oder Seealgen bieten tolle Möglichkeiten für die Düngung.
Beachte: Organische Dünger benötigen etwas Vorlaufzeit zur Freisetzung der Nährstoffe. Diese Nährstoffe werden von Mikroorganismen im Boden zersetzt, was zwar langsamer ist, dafür aber milder wirkt. So vermeidest Du das Risiko von Überdüngung und Nährstoffauswaschung.
Solltest Du einmal schnell Hilfe benötigen, sind mineralische Handelsdünger, die eine schnelle Nährstoffverfügbarkeit gewährleisten, eine gute Option.
Ein beliebtes ökologisches Pflanzenstärkungsmittel im Hobbygartenbau ist die selbstproduzierte Pflanzenjauche. Auch wenn der Handel viele effektive Pflanzenstärkungsmittel anbietet, kannst Du mit selbstgemachter Brennnesseljauche gleich doppelt punkten.
Die noch nicht vergorene Brühe wirkt gegen Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben, während die fertige Jauche Deine Pflanzen düngt und stärkt.
Das Rezept ist ganz einfach: Setze ein Kilo frische, grob zerteilte Brennnesseln in 10 Liter Wasser an. Verwende ein Gefäß aus Plastik, Holz oder Stein, da die Jauche in Metallgefäßen chemisch reagieren könnte. Stelle das Gefäß an einen warmen, sonnigen Platz und decke es mit einem Gitter oder Netz ab. Rühre die Mischung täglich um – nach ein bis zwei Wochen, wenn die Jauche aufgehört hat zu schäumen und dunkelbraun ist, ist sie einsatzbereit!
Vermeide starke Gerüche, indem Du z.B. Stein- oder Knochenmehl, Baldrian oder Kamille untermischst. Fertig produzierte Jauche solltest Du stark verdünnt (1 Liter Jauche auf 10 Liter Wasser) anwenden und am besten an trüben Tagen ausbringen, damit die Blätter Deiner Pflanzen nicht geschädigt werden.