Kulturanleitung Endivien

Kulturanleitung Endivien Glatt- oder krausblättriger Salatgenuss aus dem eigenen Garten

Die Endivie (Cichorium endivia) ist typischer Spätsommersalat und grundsätzlich in zweierlei Formen aufzufinden: entweder mit glatten oder mit krausen Blättern. Die glattblättrige Form wird auch „Eskariol“ genannt, während Endivien mit krausen Blättern als „Frisée“ oder auch „Petticoat-Salate“ bezeichnet werden. Endivien stehen in enger Verwandtschaft mit Zichorie, Chicorée und Radicchio. Geschmacklich zeichnen sich Endivienblätter vor allem durch ein bitteres Aroma aus, welches appetitanregend und verdauungsfördernd wirkt. Wie du Endivien ertragssicher anbaust, verrät dir diese Kulturanleitung.

Endivien anbauen: Das solltest du alles wissen

Damit du frische und knackige Endivienblätter aus eigener Kultur genießen kannst, empfiehlt sich eine Vorkultur in Töpfen mit anschließender Pflanzung ins Freie. Dabei eignen sich Endivien als Folgekultur oder als Mischkultur mit anderen Pflanzen. Gefahr droht während der Wachstums- und Reifephase durch Kranzfäule und Wurzelläuse.

Endivien-Pflanzen erst vorkultivieren und dann ins Freiland setzen

Bei Endivien ist eine Vorkultur der Pflanzen ratsam. Diese sollte von Anfang Mai bis Mitte Juli in Töpfen erfolgen. Nach 3 bis 4 Wochen sind deine Jungpflanzen dann bereit für die Pflanzung ins Freiland. Dabei solltest du darauf achten, dass die jungen Endivien einen Abstand von jeweils 30 x 35 cm zueinander besitzen. Winterendivien wie ‚Diva‘ oder der grüne ‚Escariol‘ eignen sich für eine Kultur im Freiland, aber auch für den Anbau im Kübel oder im Hochbeet. Als Standort bevorzugen diese Pflanzen ein sonnig bis halbschattiges Plätzchen.

Mit zunehmendem Wachstum bilden die Endivienpflanzen dichte Köpfe aus, die sich immer weiter schließen. Hast du dich für eine selbstbleichende Sorte entschieden, wirst du beobachten können, wie die Blätter in der Mitte der Pflanze heller werden und sich gelblich färben. Diese gelblichen Blätter weisen einen weniger bitteren Geschmack auf und sind zudem auch zarter als die grünen Blätter. Möchtest du deine Endivien gezielt bleichen, so kannst du die Pflanzenköpfe eine Woche vor der Ernte mit einer lichtundurchlässigen Haube bedecken.

Bei der Kultivierung solltest du stets darauf achten, dass die empfindlichen Endivien ausreichend vor Kälte geschützt sind. Erhalten die Jungpflanzen nämlich einen zu starken Kältereiz, schießen sie und bilden keine erntefähige Blattrosette mehr aus. Stattdessen wächst dann ein langer Stiel mit blauen Blüten.

Glattblättrige Endivie (Eskariol)

Glattblättrige Endivie (Eskariol)

Krausblättrige Endivie (Frisée)

Krausblättrige Endivie (Frisée)

Kultivierung von Endivien zusammen mit anderen Pflanzen

Aufgrund der recht späten Pflanzzeit von Juni bis Mitte August eignen sich Endivien wie die Sorte ‚Blonde à coeur plein‘ hervorragend als Folgekulturen von Kohlrabi, Schnitt-, Pflück- und Kopfsalaten, Eissalat, Erbsen, Radieschen und Rettich sowie Spinat und frühem Rotkohl, Blumenkohl und Brokkoli. Für eine Mischkultur mit Endivien bieten sich Bohnen, Lauch, Kohl und Fenchel an. Wenn zuvor Radicchio, Zichorien oder Chicorée angebaut wurden, solltest du die Kultivierung von Endivien an diesem Standort aufgrund der nahen Verwandtschaft vorerst vermeiden.

Tipp

Um der Bildung von Pilzen und anderen Schädlingen vorzubeugen, empfiehlt es sich außerdem, Endivien nur alle 3 bis 4 Jahre in demselben Beet anzubauen.

Aufgepasst bei Kranzfäule und Wurzelläusen

Behalte während der Kultivierung stets die Blätter deiner Endivien im Auge. Verfärben sich die Blattränder in der Mitte der Pflanze braun, ist das ein Hinweis auf einen schädlichen Fäulnisprozess. Grund für diese Kranzfäule ist dann meist eine zu hohe Stickstoffkonzentration, die du reduzieren solltest. Generell ist es wichtig, auf eine ausgewogene und angemessene Nährstoffversorgung der Pflanzen zu achten.

Solltest du hingegen beobachten, dass deine Endivien gelblich werden, nicht mehr wachsen und keine Köpfe ausbilden, ist ein Befall mit Wurzelläusen sehr wahrscheinlich. Diesem kannst du vorbeugen, indem du stets für einen gut gelockerten Boden sorgst und diesen immer ausreichend feucht hältst. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du außerdem ein Kulturschutznetz über deine Endivien spannen.

Tipp

Falls deine Endivien von Wurzelläusen betroffen sind, musst du in jedem Fall sämtliche Pflanzenreste aus deinem Beet entfernen. Die Wurzelläuse könnten sonst nämlich an den Wurzeln der Endivien überwintern und deine Pflanzen so im nächsten Frühling erneut befallen.

Alles Wissenswerte für die erfolgreiche Kultur von Endivien auf einen Blick

Damit du nichts Relevantes für die Endivienkultur aus den Augen verlierst, haben wir dir alle Infos, Tipps und Ratschläge noch mal in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.

AussaatzeitAnfang Mai bis Anfang Juli
  • Vorkultur in Töpfen empfehlenswert
  • Pflanzung ins Freiland nach 3 bis 4 Wochen
Standort
  • sonnig
  • feucht
  • mit ausgewogenem Nährstoffangebot
Zu viel Stickstoff fördert Calciummangel.
Aussaattiefe2 bis 3 cm
Abstand30 x 35 cmDurch dichten Stand schließen sich die Köpfe besser.
Keimtemperatur16 bis 20 °CTemperaturen über 20 °C können zu Keimhemmungen führen.
Keimdauer8 bis 14 TageBoden gleichmäßig feucht halten
KulturBoden gleichmäßig feucht halten
ErntezeitJuli bis Oktober

Endivien ernten und lagern

Sind deine Endivienpflanzen kräftig herangewachsen, kannst du die ersten knackigen Blätter im September bis November ernten. Zwischen den glattblättrigen Endivien und den Endivien mit krausen Blättern gibt es allerdings Unterschiede hinsichtlich ihrer Lagerung:

  • Die glattblättrigen Endivien weisen eine hohe Kältetoleranz auf, weshalb diese sogar bis in den Dezember hinein geerntet werden können. Nach der Ernte kannst du die Salatköpfe in Folie einwickeln und dann ganz einfach im Kühlschrank lagern. Alternativ kannst du glattblättrige Endivien auch überwintern lassen, indem du die Pflanzen samt ihrer Wurzeln ausgräbst und kopfüber an einem kühlen Ort aufhängst.
  • Endivien mit krausen Blättern sind hingegen weniger frostresistent und lassen sich auch nicht so einfach lagern. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die krausblättrigen Sorten innerhalb des Sommers zu ernten und auch möglichst direkt zu verzehren.

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