Ich liebe den Garten und ich liebe es, ihn im Einklang mit der Natur zu bearbeiten. Denn für mich ist im Garten – wie auch in der Natur – alles ein großer Kreislauf, in dem Pflanzen, Tiere, Wasser und Nährstoffe im Boden von einem zum anderen weitergegeben werden. Daher ist es wichtig, das empfindliche Gleichgewicht nicht zu stören, sondern es sich beim Gärtnern zunutze zu machen – auf biologische Art und Weise.

Hier sind meine zehn besten Bio-Tipps zum Gartenglück:

Bio-Gärtner Karl Ploberger

1.  Die richtige Pflanze am richtigen Standort: Manche Pflanzen mögen es sonnig, manche lieber schattig, manche eher trocken, manche eher humos und feucht. Sind sie nicht an ihrem Lieblingsstandort, dann entwickeln sie sich auch schlecht, werden krank oder blühfaul. Achtest Du auf den richtigen Standort der Pflanzen, ist das schon mal die halbe Miete für einen üppigen und gesunden Garten.

2. Humus aus Kompost, der die Pflanzen gesund erhält: Das Leben ist ein Kreislauf. Nichts bleibt in der Natur ungenützt – alles wird wiederverwertet. Der intelligente Gärtner macht sich das zum Vorbild und kompostiert – nicht mit viel Aufwand, denn die richtige Mischung macht es aus, dass rasch nach Walderde riechender Humus entsteht. Der enthält alles, was Deine Pflanzen brauchen!

3. Boden bedecken: Ein Spaziergang im Wald zeigt es am besten: ohne Umgraben, Gießen und Jäten entsteht hier Erde, von der Gärtner träumen: locker, weich, feucht! Warum? Die Natur bedeckt ihren Boden – mit Blättern, Nadeln oder auch Moos. Deshalb: keine nackte Erde. Pflanze lieber Bodendecker oder mulche den Boden mit Rindenmulch, Rasenschnitt oder klein geschnittenen Holunderblättern.

4. Bunte Pflanzenmischung: Für viele Naturliebhaber ist die Blumenwiese das bunteste Beet – gepflanzt nicht nach den Ideen von so manchem Gärtner, der die Blumen lieber in Reih und Glied gesetzt hätte, damit es „ordentlich aussieht“. Die Natur gibt die bunte Mischung vor. Scheue Dich also nicht vor einem farbenfrohen Pflanzen-Mix.

5. Keine chemische Keule: Die Natur heilt selbst, wenn man ihr hilft. Gehe daher lieber sanft vor und greife nicht zur chemischen Keule, wenn Sie Sternrußtau an Rosen, Schnecken im Salat oder Wühlmäuse im Obstgarten entdecken. Stärke die Pflanzen stattdessen mit Brennesseljauche und eigenem Kompost, dann können sie sich meist selbst zur Wehr setzen.

Gemüse im Hochbeet

6. Vier-Sterne-Hotels als Naturgartenidylle: Insektenhäuser sind nicht nur dekorativ, sondern auch nützlich! In ihnen nisten sich über Winter viele nützliche Insekten ein, die bei den ersten warmen Frühlingsstrahlen im Garten aussschwärmen. Zum Beispiel Wildbienen, Hummeln, Ohrenkneifer, Schlupfwespen, Florfliegen und viele mehr. Sie leisten im Garten einen enormen Einsatz beim Bestäuben von Gemüse-, Blumen- und Obstblüten oder helfen, Schädlinge zu bekämpfen.

7. Gründüngung im Herbst: Eine Gründüngung bringt abgeernteten Beeten wieder neue Nährstoffe. Lupinen reichern den Boden mit Stickstoff an, Bienenfreund (Phacelia) liefer mit seinen blauen Blüten Bienen einen gedeckten Tisch und gibt als Grünmasse dem Boden wertvolle Nährstoffe zurück, ebenso Gelbsenf, Ölrettich oder Tagetes. Ausgesät wird im frühen Herbst, im Frühjahr wird das organische Material oberflächlich in den Boden eingearbeitet.

8. Organische Dünger: Der beste Bio-Dünger ist für mich der eigene, gut ausgereifte Kompost. Wenn es dann doch mal etwas mehr sein soll, greife zu organischen Düngern wie Hornmehl oder Hornspänen. Auch Brennesseljauche stärkt und kräftig die Pflanzen.

9. Gemischte Gemüsebeete: Jeder braucht einen verlässlichen Partner an seiner Seite – auch Pflanzen! Wenn Du Dein Gemüse in gekonntem Mix pflanzst, stärkt das die Pflanzen und verhindert den Befall von Schädlingen. Gute Partner sind zum Beispiel Tomaten mit Basilikum, Möhren mit Zwiebeln oder Porree, Radieschen mit Salat.

10. Schnecken umsiedeln: Sprießen die ersten zarten Pflänzchen, gibt es für Gartenbesitzer kaum ein anderes Thema: Schnecken. Klar, die kleinen, gefräßigen Viecher nerven immens. Frisch sprießende Dahlien, Salat, Bohnen – alles wird von ihnen vernascht. Schere als Killer, Bioschneckenkorn oder Salz und Kalk als Bekämpfung werden unter Gartenbesitzern heiß diskutiert. Doch ich denke zurück an den herrlichen Garten von Marie-Luise Kräuter im bergischen Land bei Köln. Sie hat nie (!) Schnecken umgebracht, höchstens in den Wald oder auf die Wiese umgesiedelt. Und der Garten war perfekt. Auch ich übe mich nun in Gelassenheit – und gehe Schnecken fangen…

SPERLI´s Gastautoren

Entdecke weitere spannende Artikel unserer Gastautoren…