Kulturanleitung Möhren

Kulturanleitung Möhren Möhrengenuss selbst im eigenen Garten anbauen

Möhren sind gesund

Möhren sind nicht nur lecker, sondern zudem noch sehr gesund.

Jedes Kind kennt sie unter vielen verschiedenen Namen – die Mohrrübe, Gelbe Rübe, Wurzel oder Karotte. Die Möhre oder auch Karotte ist wohl das bekannteste und beliebteste Wurzelgemüse. Sie gilt in der Ernährung als bedeutendes Gemüse und wird auch gerne in der Diät- und Säuglingsernährung eingesetzt. Damit ist sie zu Recht auf Platz 5 der Gemüsearten.

Möhren (würde eine Bezeichnung beibehalten) lassen sich roh, gekocht, gemischt mit anderem Gemüse und konserviert verzehren. Das sehr geschmackvolle Möhrenkraut kannst du sehr gut als Zutat für Suppen nutzen.

Die Möhre ist eine in Europa und Asien verbreitete Pflanze. Seit ca. 1000 Jahren gibt es sie schon als Kulturpflanze in Europa, vorher war sie nur in Vorderasien zu Hause.

Am Anfang war sie weiß gefärbt, später gelb, violett und schließlich orange. Die lilafarbene Möhre kommt aus Asien und dient bis heute als natürlicher Farbstofflieferant für Lebensmittel. Erst seit gut 300 Jahren gibt es den orangenen Typ, der dann gezielt weitergezüchtet wurde.

Des Weiteren ist diese Wurzelpflanze für ihre gesunden Inhaltsstoffe beliebt und bekannt. Ihren hohen Gesundheitswert erreicht sie durch ihr Beta-Carotin-Gehalt, weitere Mineral- und Ballaststoffe und Vitamin A.

Möhren erfolgreich aussäen

Die Möhre ist ein Allrounder, die du schon früh draußen säen kannst, da die Samen auch bei kühlen Temperaturen keimen.

Für die Möhrenansaat ziehst du zuerst feine Rillen (Saatfurchen). In diese säst du vorsichtig hinein. Hilfreich für eine besser sichtbare Aussaat ist es, dass du das Saatgut vorher mit hellem Sand vermischst. Dann siehst du, wo du schon gesät hast.

Möhrensaatgut ist relativ fein und erdbraun, daher mit bloßem Auge auf dem Boden nur schwer zu sehen. Nach der Aussaat sollte die Saatfurche mit Erde zugedeckt, sachte angedrückt und angegossen werden. Etwa 3-4 Wochen nach der Aussaat sind die Möhrenjungpflanzen ca. 3-4 cm hoch und können vereinzelt werden. Dazu werden die schwächsten Pflänzchen entfernt und nur alle 3-4 cm eine Karottenpflanze stehen gelassen.

Obwohl die Keimfähigkeit von Möhrensamen meist über 80 % liegt, wunder dich nicht, wenn du nach einigen Tagen noch nichts von deiner Ansaat sehen kannst. Möhren lassen sich gerne 3-4 Wochen (10-20 Tage) für die Keimung Zeit.

Achte bitte bei der Aussaat auf die richtigen Temperaturen. Möhren können bei zu früher Aussaat und anschließender längerer Kälteperiode schon im ersten Jahr zur Blüte veranlasst werden (Schossen) – die Mohrrübe selbst ist dann hart und unbrauchbar. Eigentlich handelt es sich bei der Möhre um eine zweijährige Pflanze, die im 2. Standjahr erst ihre Samen bildet.

Verschiedene Saatgutformen

Saatgutformen von Möhren

Neben losen Möhrensamen wird auch Pillensaatgut oder
Saatbänder angeboten.

Bei SPERLI kannst du lose Möhrensamen kaufen, aber auch auf Möhren-Pillensaatgut oder
-Saatbänder zurückgreifen.

Der Vorteil von Pillen-Saatgut ist die gute Sichtbarkeit und die Möglichkeit zur gezielten Einzelkornablage auf den perfekten Pflanzabstand.

Auf dem Möhren-Saatband liegen die Saatkörner regelmäßig und im richtigen Endabstand zueinander, dadurch entfällt das spätere Vereinzeln. Das Saatband lässt sich sehr gut in einer Saatfurche ablegen und leicht mit Erde bedecken.

Unter diesen Umständen geht es der Möhre richtig gut

Der richtige Standort für die Möhre ist ein sonniges Plätzchen. Aber viel wichtiger ist der richtige Untergrund.
Der Boden sollte locker, leicht, sandig, humos, tiefgründig und kühl sein. Der optimale pH-Wert liegt bei einem Wert von 6.

Um „Familienkrankheiten“ zu vermeiden, solltest du stets eine 3-Jährige Anbaupause am selben Standort einhalten. Dies beinhaltet alle Doldenblütler, wie z.B. Koriander, Liebstöckel, Kümmel, Anis, Sellerie, Petersilie, Fenchel.

Das Klima sollte gemäßigt und gelegentlich feucht sein.

Wenn du die Möhren nicht erntest und auf dem Beet stehen lässt, dann entwickelt sich nach mehrwöchiger Einwirkung tiefer Temperaturen von 1-10°C im 2. Jahr ein 1-2 m hoher Blütenstand mit mehreren Dolden. Wenn du diese Dolden abblühen lässt, kannst du deine eigenen Möhrensamen selbst gewinnen.

Gute Nachbarschaft ist wichtig

Möhren anpflanzen

Die „Partner“ im Beet sollten gut gewählt werden.

Gute Partner im Beet sind Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Schnittlauch, Salat.

Und einige Pflanzennachbarn können sogar helfen, Schädlinge ein wenig abzuhalten.

Wichtiger ist allerdings, dass du jedes Jahr den Standort deines Möhrenanbaus wechselst (Fruchtfolge), so dass deinem Boden nicht einseitig Nährstoffe entzogen wird.

Bohnenkraut, RosmarinGegen Möhrenfliege
DillSchädlinge werden durch Duftstoffe abgehalten.
FrühlingszwiebelnGegen Spinnmilben
Ölrettich, SenfGegen Nematoden
TagetesGegen Weiße Fliege,
T. patula gegen Nematoden
ZwiebelnGegen Spinnmilben und Möhrenfliege

Richtige Düngung ist wichtig

Gleichmäßige Feuchtigkeit und eine kalium- und magnesiumreiche Düngung unterstützt das Wachstum dieses tollen Gemüses.

Je nach Sorte, Kulturdauer und Verwendung gibt es Unterschiede an Nährstoffbedarf. Der Hauptnährstoffbedarf liegt jedoch immer zur Zeit des größten Massenzuwachses, das wäre ca. Ende Juli der Fall. Um zu viel Laubbildung zu vermeiden, gib zu Anfang der Kultur nur wenig stickstoffbetonte Dünger.

Organischen Dünger kannst du im Vorjahr einarbeiten, aber möglichst nicht kurz vor Kulturbeginn. Auch das Kalken sollte nicht knapp vor der Kulturzeit liegen. Beides mag die Möhrenkultur überhaupt nicht gerne.

Was Karotten krankmachen kann

Möhrendamm Möhrenfeld

Möhrendamm

Es gibt einige Krankheiten und Schädlinge, die dem beliebten Wurzelgemüse zu schaffen machen können. Unter den tierischen Schädlingen befindet sich natürlich die bekannte Möhrenfliege, die man jedoch frühzeitig mit Schutznetzen fernhalten kann.

Auch Wurzelnematoden bohren sich gerne in das süße, junge Gemüse. Durch die Aussaat von Tagetes lassen sich diese fast unsichtbaren Quälgeister oftmals gut und biologisch abschrecken. Gegen zwei Lausarten, die Blattlaus und Möhrenwurzellaus, kannst du am besten versuchen Florfliegen und Marienkäfer anzusiedeln. Gezielt ginge das mit dem Kauf dieser Nützlinge.

Auch den dir sicher bekannten Blattpilz Echter Mehltau können deine Möhren befallen. Meistens schwächt dieser Pilz die Pflanzen jedoch nicht so sehr, dass du um deine Möhrenernte fürchten musst.

Vielleicht hast du auch schon mal Beinigkeit an deinen Möhren gesehen. Das heißt, die Hauptmöhre vielbeinig und verzweigt gewesen ist. Das ist ein Problem bei Bodenverdichtung. Das kannst du am besten im Vorfeld durch eine gründliche, tiefe Bodenbearbeitung verhindern oder du säest deine Möhren gleich in einem Damm an – ähnlich wie beim Kartoffelanbau.

Empfehlenswerte Sorten

Besondere Formen und Farben

Möhrenfarben

Möhren gibt es nicht nur in klassischem Orange!

Mit der schwarzen (lila) Urmöhre ˈPurple Hazeˈ (81732) beinhaltet das SPERLI-Sortiment auch Möhrensamen alter Sorten.

Auch die gelbe Möhre ˈJaune du Doubsˈ (81650) und die kleine runde Möhre ˈPariser Marktˈ (81719) sind schon wirklich alte Sorten.

Eine wunderschöne Sorte mit hohem Karotingehalt ist die rote Sorte ˈRotinˈ (81784).

Alle wichtigen Infos und Tipps zur Möhrenkultur im Überblick

AussaatzeitMärz bis Mitte Juli –
in sehr mildem Klima ab Februar oder im Oktober/November möglich
  • Saatfurchen ziehen
  • Bei schweren Böden auf Dämmen anbauen
Standort
  • Lockerer, gut durchlüfteter Boden
  • Sonnig
Abgelagerter, organischer Dünger
Aussaattiefe1-2 cm tief direkt ins Beet 
AbstandReihe 30 cm x Pflanze 3-4 cm 
KeimtemperaturOptimal bei 18 °C
Mind. 3 °C – Max. 25 °C
 
Keimdauer10-20 Tage 
Kultur
  • Gleichmäßige Feuchtigkeit
  • kalium- und magnesiumreiche Düngung
  • keine frischen organischen Dünger
  • nicht frisch kalken
 
ErntezeitJuni-Oktober
Lagermöhren ab Ende Oktober bis Anfang November
  • Früchte in der Sonne nachreifen lassen, um die Schale weiter auszuhärten und die Haltbarkeit zu erhöhen
  • kühl und luftig lagern

Nach Bedarf ernten, so wie du es brauchst

Möhren kannst du stets frisch nach Bedarf ernten. Mit einer Grabegabel bewaffnet, lockerst du die Pflanzreihe ca. 15-20 cm tief, fasst die Möhren an der Krautbasis an und ziehst sie vorsichtig heraus.

Dieses tolle Wurzelgemüse kannst du aber auch gut lagern. Achte dabei auf die richtige Sortenwahl. Im Keller eingelagert können die Mohrrüben sehr lange halten. Dazu muss man die Möhren allerdings in eine Kiste mit feuchtem Sand legen. Der Kellerraum sollte optimalerweise auf ca. 8-10 °C gekühlt sein.

Vor der Einlagerung sollten die Rüben sogfältig nach Beschädigungen abgesucht werden, damit sie im Lager nicht faul werden können. Auch das Grün wird vor dem Einkellern knapp über dem Wurzelkopf abgeschnitten. In milderen Klimazonen und in vorzugsweise trockenen Böden können Möhrchen auch im Boden überwintern. Dazu wird das Möhrenlaub entfernt und das Beet mit einer mindestens 10 cm dicken Laubschicht abgedeckt.

Möhrenernte

Möhren können frisch nach Bedarf geerntet werden.

So unterschiedlich können die Formen der Möhren sein

Ob kurz, lang oder rund – Möhrensorten werden nach ihrer Wuchsform in mehrere Hauptgruppen eingeteilt. Die bekannteste Wuchsform haben wohl der Nantaise- und der Amsterdamer-Wuchstyp. Beide wachsen klassisch länglich und walzenförmig, wobei der Nantaise-Typ eine etwas weniger zulaufende Spitze hat und unten mehr abgerundet ist. Im SPERLI-Sortiment sind die Sorten ˈLagunaˈ (81659) und der ˈHarlequin-Mixˈ (81838) im Amsterdamer-Typ und die Sorten ˈTotemˈ (81706), mittelfrühe Sorte, ˈTozresisˈ (81737) und ˈRomanceˈ (81735) im Nantaise-Typ zu finden. Diese beiden Möhrenformen werden oft für die Bündelware verwandt. Auch im Snackmöhrenbereich finden diese beiden ihre Verwendung. Sie mögen es gerne, wenn sie auf tiefgründigem Boden stehen, damit ihre schön geformten Rüben sich gut ausbilden können.

Die Flakkeer-/Chantenay- und die Berlikumer-Wuchstypen sind sehr dicke Wurzelformen, wobei der Chantenay-Typ aber konischer ist als der dicke, zylindrische Berlikumer-Typ. Diese Möhren sind bekannt für ihre gute Lagerfähigkeit. Auch sie stehen gerne in gut durchlässigem Boden, um optimal wachsen zu können. Ihre Wurzeln dringen dann um die 10 cm tief ins Erdreich ein. Bei optimalem Boden können sie jedoch auch länger werden. Sowie die Sorte ˈRote Riesen 2ˈ (81745).

Für schweren Boden eignet sich die kurz bleibende, runde Sorte ˈPariser Marktˈ (81719), da ihre kugelrunden Rübchen fast nie eine Länge von 4 cm überschreiten.

Zu guter Letzt gibt es noch Sorten, wie z. B. ‚Sugarsnax (81797), die sich durch ihre lange und spitze Wuchsform auszeichnen, so genannte Imperator-Typen. In unserem Onlineshop findest du ‚Sugarsnax‘ und kannst dort auch noch mehr Sorten in diesem Wuchstyp entdecken! Schau doch mal rein!

Möhrenformen

Möhrensorten werden nach ihrer Wuchsform in mehrere Hauptgruppen eingeteilt.

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Für einen guten Ernteerfolg ist Saatgut in hoher Qualität wichtig – und das findest du im SPERLI-Shop für viele verschiedene Möhrensorten!

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