Kulturanleitung Rote Bete
Informationen, Tipps und Hinweise rund um den Rübenanbau
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Die Rote Bete, die auch als Rote Rübe bekannt ist, gehört ebenso wie Mangold und Zuckerrüben zur Kulturfamilie der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris). Neben den vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten in der Küche werden die Blätter und Wurzeln dieser Gemüsepflanze auch als Viehfutter genutzt – und das schon seit vielen Jahrhunderten, denn die Ursprünge der Kultivierung der Roten Beete gehen bis etwa 800 Jahre vor Christus zurück. Wenn auch Du Lust hast, Rote Bete in Deinem Garten anzusäen und zu kultivieren, findest Du in dieser Anleitung viele wissenswerte und hilfreiche Informationen für Dein Vorhaben.
Die Sortenvielfalt der roten Bete
Die klassische Rote Bete präsentiert sich ihrem Gärtner natürlich in einem intensiven Rot. Doch auch andere faszinierende Färbungen kommen vor, etwa Weiß, Gelb oder auch Weiß-Rosa. Abgesehen von der Farbe unterscheiden sich die verschiedenen Sorten auch in ihrer Fruchtform: Es gibt sowohl kugelförmige als auch flachrunde, zylindrische, spindelförmige oder kegelförmige Sorten. Ein angenehmer Vorteil runder Rüben ist übrigens, dass sie schneller reifen als andere Sorten. Längliche Rüben sind dafür allerdings oft ertragreicher und lassen sich aufgrund ihrer Form leichter einmachen.
- Rote Bete ‚Tonda di Chioggia‘: Rüben mit besonders süßem Fleisch, die außerdem sehr lange lagerfähig sind
- Rote Bete ‚Rote Kugel 2‘: ertragreiche Rote Bete, die sich vor allem durch ihren frühen Erntezeitpunkt und ihr saftiges, dunkelrotes Fruchtfleisch auszeichnet
- Rote Bete ‚Pablo‘: runde, zarte Rüben von kräftiger roter Farbe, die sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten sind und viel Ertrag abwerfen
- Rote Bete ‚Forono‘: sehr schmackhafte, rote Rüben, welche walzenförmig und ohne Ringe sind und sich außerdem in der Küche spielend leicht verarbeiten lassen
- Gelbe Rübe ‚Golden Eye‘: gelb-goldene Rüben mit glatter Oberfläche und mild-süßem Geschmack, die bis zum Winter geerntet werden können
Die Ursprünge der heute so beliebten Roten Bete lassen sich bis ca. 800 Jahre v. Chr. zurückverfolgen. Aus dieser Zeit stammen nämlich die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen, in denen von der Verwendung von Mangold gesprochen wird. 500 Jahre später, also ca. 300 v. Chr., waren im römischen Reich schon mehrere verschiedene Mangoldsorten bekannt, welche die Menschen mit ihren unterschiedlich gefärbten, im Vergleich zu heute dünnen Blattstielen begeisterten.
Dicke und fleischige Mangoldrüben wurden erst im 16. Jahrhundert eine beliebte Nahrungsquelle, die auch gezielt angebaut wurde. Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Kultivierung spezieller Rübensorten zur Produktion von Haushaltszuckern – die Zuckerrübe wurde als schmackhafte Sorte entdeckt. In den darauffolgenden Jahrhunderten weckten vor allem die intensiv gelb oder rot gefärbten Sorten das Interesse der Menschen. In diesem Zuge machten sich insbesondere die roten Rüben unter der Bezeichnung „Rote Bete“ einen Namen.
Der Saft der Roten Bete wurde zunächst hauptsächlich zum Färben von Stoffen genutzt. Heutzutage wird der Farbstoff dieser Rübensorte vor allem als Lebensmittelfarbe verwendet. Lebensmittel, die den Saft der Roten Bete enthalten, weisen in ihrer Zutatenliste die Einträge Betanin, Beterot oder E162 auf.
Rote Bete anbauen leicht gemacht
Mit der Aussaat der Samen kannst Du bereits ab Mitte April beginnen. Wenn Du planst, die Rüben den Winter über einzulagern, musst Du Dich allerdings bis Anfang Juni mit der Aussaat gedulden. Die Keimtemperatur der Samen liegt zwischen moderaten 8 bis 20 °C. Während der Keimdauer (etwa 12 bis 20 Tage) muss der Boden immer gut durchfeuchtet sein, damit der Keimprozess nicht ins Stocken gerät.
Wenn Du Dich für eine Sorte entschieden hast, solltest Du als Nächstes nach einem angemessenen Standort zur Aussaat der Samen Ausschau halten. Rote Bete bevorzugt tiefgründige, humose und nährstoffreiche Böden, die einen pH-Wert von 6,8 bis 7,5 aufweisen. Das Saatgut sollte in 2 bis 3 cm tiefe Rillen mit einem Reihenabstand von 25 bis 30 cm verteilt werden. Bei den Samen der Roten Bete handelt es sich zumeist um polygerme, also mehrsamige Knäuel. Dies bedeutet, dass aus jedem der Samenkörner mehrere Sämlinge wachsen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Jungpflanzen nach der Keimung zu vereinzeln. Ein Abstand von 10 bis 15 cm voneinander ist optimal.
Hinweis: Hast Du Dich für eine Sorte entschieden, deren Samen nicht polygerm, sondern monogerm sind, kannst Du auf das Vereinzeln der Jungpflanzen verzichten. Trotzdem solltest Du bei der Aussaat der Samen auf genügend Abstand achten. Die Rote Bete ‚Pablo‘ ist zum Beispiel eine monogerme Sorte.
Ernten kannst Du Deine Rote Bete je nach Zeitpunkt der Aussaat im Zeitraum von Juli bis September. Wenn die Rüben reif sind, solltest Du sie möglichst zeitnah ernten. Ansonsten können die Rüben aufplatzen oder faulen. Hinzu kommt, dass Rüben, die zu lange als nötig in der Erde verblieben sind, übergroß werden und dadurch an Geschmack verlieren.
Weiterhin solltest Du zur Vermeidung von Bodenpilzen nur alle 3 bis 4 Jahre Rote Bete an ein und demselben Standort anbauen. Auch Spinat und Mangold sollten während dieser Zeit an diesem Standort nicht kultiviert werden. Wenn Du eine Vorkultur anlegen möchtest, sind Buschbohnen, Erbsen, Kohlrabi, Kartoffeln, Gurken und Kürbis eine gute Wahl.
Nach 120 bis 150 Tagen nach der Aussaat ist endlich Erntezeit. Runde Sorten weisen dann einen Durchmesser von ca. 7 bis 17 cm auf. Sogenannte „Babybeets“ können allerdings schon nach 70 bis 90 Tagen mit etwa 4 cm Durchmesser geerntet werden. Geschmacklich unterscheiden sich die unterschiedlichen Rüben natürlich auch hinsichtlich ihrer Süße, wobei gilt: Eine Rübe wird umso süßer, je mehr Sonnenlicht sie während ihrer Reifung erhält. Die Ergiebigkeit der Ernte ist zudem abhängig von der angebauten Sorte, den Bodenbedingungen und der Witterung. Im Durchschnitt beträgt der Ernteertrag um die 4 bis 6 kg/m².
Wenn Du Deine Rüben im Herbst ernten oder den Winter über einlagern möchtest, solltest Du Dein Saatgut nicht vor Anfang Juni aussäen. So vermeidest Du, dass die Rüben zu früh zu groß werden. Eine späte Ernte im Oktober oder November, bevor der erste Frost kommt, ist dann kein Problem. Zur Vorbereitung auf die Lagerung werden die Blätter der Rüben ca. 3 cm oberhalb der Rübe abgeschnitten. Danach kannst Du Deine Rüben in Sand eingeschlagen oder an einem kühlen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit bis zum Frühling lagern. Am besten lassen sich Rüben lagern, wenn ihre Blätter bei der Ernte bereits altern und zu welken beginnen. Wenn Du Deine Rote Bete hingegen nur kurzfristig lagern möchtest, kannst Du sie in Tüchern eingewickelt bis zu 4 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.
Alle Anbauhinweise für Rote Bete im Überblick
Wenn Du auf ein paar Dinge achtest, steht einer reichen Rübenernte nichts im Weg. Wir haben Dir im Folgenden tabellarisch zusammengefasst, worauf es beim Anbau von Roter Bete ankommt:
- Mitte April bis Mitte Juni
Für Überwinterung erst ab Juni aussäen
- Sonnig
- Tiefgründige, humose und nährstoffreiche Böden
Anbaupausen von 3 bis 4 Jahren einhalten
- 2 bis 3 cm
- 10 bis 15 x 25 bis 30 cm
Jungpflanzen aus polygermen Samen vereinzeln
- 8 bis 20 °C
- 12 bis 20 Tage
Keimbett gleichmäßig feucht halten
- Je nach Aussaattermin von Juli bis November
Mit der BIO Rote Bete von SPERLI holst Du Dir ein traditionsreiches Gemüse in Deinen Garten, welches vor allem in der kälteren Jahreszeit sehr beliebt ist. Der Clou dabei: Da das F1-Saatgut auf einem Saatband fixiert ist, gestaltet sich die Aussaat denkbar einfach. Du musst das Saatband lediglich in eine 1,5 cm tiefe Rille legen, mit Erde bedecken und danach gut wässern. Die aufkommenden Pflanzen stehen von Beginn an im richtigen Abstand zueinander, sodass sie sich in ihrem Wachstum nicht behindern.Für eine erfolgreiche Anzucht solltest Du einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Gemüsebeet suchen. Zudem lieben Rote Rüben einen nährstoffreichen, feuchten und gut gelockerten Boden. Von April bis Juni ist die Aussaat möglich, die Ernte kannst Du von Juli bis Oktober einplanen.
Bei der Roten Rübe 'Tonda di Chioggia' handelt es sich um eine raschwüchsige, sehr ertragreiche Sorte. Sie bildet nach der Aussaat im Zeitraum von April bis Juni runde Rüben mit einer leuchtend hellroten Schale. Ihr Fleisch ist in den Farben Rot und Weiß geringelt und schmeckt angenehm süß. Oft werden die Rüben gekocht oder roh in Salaten verwendet. Sie können aber auch zu Saft gepresst oder zu Nasskonserven verarbeitet werden.Für eine erfolgreiche Anzucht ist ein sonniger Platz in Deinem Gemüsebeet wichtig. Zudem musst Du wissen, dass 'Tonda di Chioggia' einen lockeren, humosen Boden liebt, der zuvor mit Nährstoffen angereichert wurde. Ab August kannst Du zum Erntekorb greifen und die ersten Rüben ziehen. Falls Du sie nicht frisch verwerten möchtest, kannst Du sie bei niedrigen Temperaturen von 3 bis 5 °C auch einlagern.
Bei der Speiserübe 'Plessis' handelt es sich um eine plattrunde, oben rot und unten weiß gefärbte Herbstrübe. Nach der Aussaat im Juni, Juli oder August kannst Du die angenehm würzig schmeckenden Rüben bereits nach ca. 10 Wochen ernten. Meist werden sie gedünstet, gekocht oder geschmort.'Plessis' ist eine F1-Hybride, die auf fast jedem Gartenboden wächst. Besonders vorteilhaft ist es, wenn dieser gedüngt und gewässert ist. Ein sonniger bis halbschattiger Platz ist ebenfalls für hohe Erträge förderlich. Von Juni bis August kannst Du die Samen etwa 1 bis 2 tief direkt ins Freiland aussäen.
Die BIO Rote Bete 'Sturoman' schmeckt nicht nur erstaunlich mild-würzig, sondern ist darüber hinaus sehr platzfest, äußerst saftreich und gut lagerfähig. Die Pflanzen wachsen sehr ertragreich, sind widerstandsfähig und nicht zuletzt ein hervorragender Mischkulturpartner. Als genügsames Gemüse ist die Kultivierung von Roter Bete auch für Gartenneulinge sehr gelingsicher.Am besten säst Du die robuste, schossfeste Sorte ab April 3 cm tief in ein feuchtes, nährstoffreiches Beet im Halbschatten. Schon nach 20 Tagen kannst Du das erste Grün bewundern. Im weiteren Verlauf bilden die Pflanzen zahlreiche Rüben aus, die Du im Zeitraum von Juli bis Oktober ernten und zu wundervoll aromatischen Gerichten verarbeiten kannst.
Bei der Roten Rübe 'Rote Kugel 2' handelt es sich um eine bewährte, frühe, raschwüchsige und sehr ertragreiche Sorte, die gleichmäßig runde Rüben mit glatter Haut und saftig dunkelrotem Fruchtfleisch hervorbringt. Sofern sie nach der Ernte nicht frisch verarbeitet werden, kannst Du die vitamin- und mineralstoffreichen Rüben auch an einem kühlen Ort einlagern.'Rote Kugel 2' liebt sonnige Plätze und humose, tiefgründig gelockerte Gartenböden. Ist ein passender Standort gefunden, kann die Aussaat im Zeitraum von April bis Juni erfolgen. Die Ernte fällt in die Zeit von August bis Oktober.
Die Mairübe 'Snowball' bringt weiße, kugelrunde Rüben mit einem Durchmesser von 6 bis 8 cm hervor. Sie haben ein zartes, festes Fruchtfleisch und schmecken würzig mit leicht süßer Note. Als Beilage für Fleisch- und Fischgerichte sind sie ideal geeignet, egal ob roh, gedünstet oder gekocht. Doch auch das Kraut kannst Du sie in der Küche verwenden: Als Stielmus kommt es bei der Zubereitung von Eintöpfen zum Einsatz oder kann als Gemüse in Salaten verarbeitet werden.'Snowball' gedeiht auf einem lockeren, humosen Boden besonders gut und liebt sonnige bis halbschattige Plätze. Die Aussaat erfolgt entweder von April bis Mai oder von Juli bis August. Entsprechend fällt der Erntezeitraum auf Juni bzw. auf September und Oktober. Um die Pflanzen gegen die Maden der Kohlfliege zu schützen, solltest Du ein Vlies oder Gemüsenetz über sie spannen.
Die BIO-Steckrübe 'Gelbe aus Friesland' ist ein echter Klassiker und gedeiht auf fast allen Böden. Dabei ist sie anspruchslos zu kultivieren, was sie auch für Gartenneulinge interessant macht. Dafür musst Du ihr nur einen sonnigen Standort suchen, wo Du von April bis Juni das BIO-Saatgut in ca. 1 cm Tiefe ausbringst. Nach dem Auflaufen der Pflanzen solltest Du auf einen Pflanzenabstand von 40 x 50 cm achten, da die Wurzelknollen ein stattliches Gewicht von ca. 1,5 kg erreichen und entsprechend Platz brauchen.Schon die Oma hat im Herbst und Winter Steckrübensuppe gekocht, die noch heute mit ihrem süßlichen Geschmack alte Kindheitserinnerungen hervorzaubert. Und es hatte seinen Grund, dass es diese Suppe im Winter bei Oma gab: Die noch vor dem ersten Frost zu erntenden, runden, gelblich-grünen Rüben dieser Sorte sind frostfrei beispielsweise im Keller hervorragend lagerfähig. Noch ein kleiner Tipp: Du kannst die Knollen auch wunderbar für gemischte Eintöpfe oder als Gemüsebeilage verwenden.
Wenn Du Dich bei der großen Auswahl an Saatgut für Rote Rüben nicht entscheiden kannst oder Du einfach gerne verschiedene Sorten ausprobieren möchtest, dann solltest Du dieses praktische Saatband von SPERLI nutzen! Es vereint die Samen von den Roten Rüben 'Golden Eye', 'Chioggia Guardsmark' und 'Avalanche', die allesamt unterschiedliche Farb- und Geschmacksrichtungen vorweisen. 'Golden Eye' bringt gelb-goldene Rüben mit einem mild-süßen Geschmack hervor. Aber auch die Sorte 'Chioggia Guardsmark' sorgt für einen optischen Hingucker mit ihren rosa-weiß geringelten Rüben. Etwas zurückhaltender in der Farbgebung ist dagegen die weiße 'Avalanche', welche Du direkt roh essen kannst.Zwischen April und Juni legst Du das Saatband in eine 1 bis 2 cm tiefe Rille im Beet mit feuchter, lockerer und humoser Erde. Anschließend bedeckst Du das Band wieder mit Erde, drückst diese etwas fest und gießt alles gut an. Zwischen Juli und Oktober können die Rüben dann geerntet werden. Sie schmecken roh oder gekocht hervorragend in Salaten oder als Saft. Übrigens: Das Saatband eignet sich auch bestens für einen Anbau im Hochbeet.
Bei der Roten Rübe 'Forono' handelt es sich um eine saftige, feste und sehr schmackhafte Rote Bete. Die Rüben sind walzenförmig und weisen keine Ringe auf. In der Küche können sie ohne viel Putzabfall leicht und einfach verarbeitet werden. Besonders beliebt ist die Verwendung als Salatgemüse in roher oder gekochter Form.'Forono' kannst Du von April bis Juni direkt ins Freiland aussäen. Die Sorte liebt sonnige Plätze und humose, lockere, tiefgründige sowie feuchte Böden. In den Zeitraum von August bis Oktober fällt die Erntezeit. Werden die Rüben nicht direkt verarbeitet, können sie in einem kühlen Raum lange eingelagert werden.
Die runde Sorte 'Subeto' bringt nicht nur saftige Rüben hervor, sondern lassen sich auch über einen längeren Zeitraum lagern. Der Geschmack? Einfach herausragend – mit einem tiefen, dunkelroten Fleisch, das im Mund zergeht. Dank ihrer wertvollen Mineralien und Vitamine ist Rote Bete besonders in den Herbst- und Wintermonaten ein echtes Superfood. Du kannst sie gekocht, roh oder als Saft genießen. Für den besten Wachstumserfolg: Stelle sicher, dass der Boden nährstoffreich, tief gelockert und gleichmäßig feucht ist.